Tacitas erster

Katzen-

göttInnen

Fisch wir kommen!

Tag 1:

Bochum, Bielefeld, Varel

Ich habe es schon am letzten Wochenende geahnt, als unsere Menschin die Wäsche gemacht hat und Handtücher und Bettwäsche bereitgelegt hat: Wir fahren wieder los!!! Ich habe es Tacita ja auch gesagt, aber die hat es nicht geglaubt und trotzdem ist es mal wieder so weit. Auf in den Urlaub! Das Womo wird vorgefahren, die Menschen packen Futter, Milch und Leckerchen ein und ich packe mich selbst ein. Shasti nimmt das Menschentaxi und Tacita fängt an mir zu glauben, dass etwas Großes bevorsteht und steigt freiwillig ein. Weil sie neu ist darf sie auf dem Schoß der Beifahrerin sitzen und auf geht’s. Ist das toll! Ich schnurre in meinem Körbchen selig vor mich hin. Die Menschin sagt wir fahren zur See und immer wenn wir an die See fahren gibt es Fisch! Uih ist das schöööööööööööööööööön! Tacita ist von der Tatsache, dass sich unser Womo bewegt anfangs etwas schockiert. Sie macht große Augen und guckt sich um. Dann maut sie. Also sie nennt das mauen, wir anderen nennen das quietschen. Sie rennt durchs Womo, oder versucht es zumindest, denn es klappt natürlich nicht, weil sie angeschnallt ist. Sie braucht bestimmt eine dreiviertel Stunde bis sie einsieht, dass es gar nicht schlimm ist sich im Womo zu bewegen. Dann setzt sie sich zu mir ins Körbchen und wird ruhiger.

Unser erster Stopp ist in Bielefeld. Vor dem hübschen Einfamilienhaus. Das kennen wir schon. Hier machen wir oft halt. Die Menschen gehen rein und essen Leberwurst ohne uns. Wir bleiben im Womo und sollen Tacita zeigen, dass es hier ganz prima ist. Kein Problem. Shasti und ich schlafen ganz vorbildlich ein.

Dann geht’s auch schon weiter, Richtung Norden, immer weiter nach Norden. Tacita hat sich eingewöhnt und schläft auch etwas. Unser nächster Stopp ist im Hafen von Varel. Hier gibt es einen Kekselagerverkauf von einer großen Firma die Kekse mit abgezählten Ecken machen. Da gehen die Menschen rein und kaufen eine sehr große Tüte voll. Sie sagen: „Jetzt ist der Urlaub gerettet!“. Stimmt, denn im Hafen haben sie auch Fisch gekauft. Ich wußte es: Wo Meer da auch Fisch. Ich mag Fisch. Dann fahren wir noch einen Ort weiter, nach Varel Dangast und parken unser Womo direkt am Wasser. Also nicht ganz direkt, da sind erst noch so 20 Meter Sand mit Gras drauf und dann soll das Wasser kommen, aber das stimmt nicht. Das Wasser ist weg. Na, macht nix, ich bin zum Fischessen hier und nicht wegen dem Wasser. Aber komisch ist das schon. Wo ist das Wasser hin??

Zu Abend essen wir Räucherfisch. Lecker! Tacita sieht sofort ein, das Urlaub toll ist. Dann machen wir alle unsere erste Runde ums Womo. Tacita erst noch an der Leine, aber die Kleine ist überraschen plietsch und lernt sofort, dass das Womo jetzt zuhause ist und so darf sie dann auch ohne Leine los. Hier ist es schön. Der Boden ist ganz sandig und das Gras das hier wächst ist wunderbar salzig. Auf der Homepage steht, dieser Stellplatz sei besonders tierfreundlich. Trotzdem kommt die Frau und sagt, wir müssen an die Leine! Tse! Leine! Die sind hier nur hundefreundlich!

Im Dunklen dürfen wir dann nochmal ne Runde raus. Da sieht uns keiner. Nur Tacita, die hört man! Sie quietscht ihr Glück über diesen Spaziergang mit dem Menschen hinaus in die Welt. Zum Glück hat es keiner gehört. Nachts regent es dann. Aber das ist uns egal, wir fünf kuscheln im Alcoven. Schön ist das!

 

Tag 2:

Varel Dangast

Die Menschin steht früh auf und macht es sich auf dem Beifahrersitz so richtig gemütlich. Da bleibt sie dann sitzen, und guckt dem Wasser beim wiederkommen zu. Tatsächlich, das Wasser kommt wieder, langsam, aber es kommt. Das ist nicht unspannend. Wir setzten uns also dazu. Es gibt ganz viele Vögel im Watt. Tacita wird ganz nervös, und weil es so früh ist darf sie nochmal raus. Sie peest durch die Gegend so dass der Sand spritzt wenn sie bremst. Ich setzte mich ein wenig in die Sonne. Das ist gut. Als das Wasser fertig da ist, gibt es Frühstück. Die Reste Fisch von gestern. Urlaub ist toll! Und jetzt muss ich schnell zurück auf den Fahrersitz um dem Wasser beim gehen zuzugucken!!

 

Nachtrag:

Freya hat recht: Urlaub ist toll! Ich mag Fisch. Ich mag Stremellachs und Krabben und Fischfrikadellen. Und das alles gibt es an einer Bude im Hafen etwa 200 Katzenschritte von hier entfernt. Ich war auch schon alleine da, aber ich hab nix bekommen! Das ist eine Menschenwelt! Man muss Mensch sein um eine Fischfrikadelle an einem Fischstand zu bekommen! Ich fühle mich diskriminiert! Gut, dass die Menschen für uns was holen gehen.

Am Nachmittag machen wir noch einen Spaziergang. Ja, wir. Ich, die Tacita und die Menschen. Ich nehme sie an der Leine mit. Das erregt Aufsehen. Aber sie machen das ganz gut, meine Menschen. Also, für Zweibeiner. Wir gehen zusammen zum Strand und holen uns nasse Füsse im Watt und dann gehen wir zurück. Das hat Spaß gemacht. Am Abend wiederhole ich das nochmal alleine. Das Wasser ist salzig und meine Füsse nach dem Spaziergang schmutzig, aber es macht Spaß. Ich gucke nochmal an dem Fischstand vorbei und muss wieder ohne Tüte abziehen. Doof das.

 

Tag 3:

Varel Dangast

Wir werden wach und die Sonne scheint! Das ist toll! Wir holen schnell unsere Liegestühle raus und setzten uns in die Sonne. Das Wasser kommt und wir lassen uns von der Sonne wärmen. Leider ist das Wasser noch nicht ganz da als es zuzieht und es auch mit unserer superwarmen Womodecke (Womodecke, weil lauter klein Womos drauf sind) im Liegestuhl zu kalt wird. Aber es kommt auch Wind auf, der sollte die Wolken auch wieder vertreiben. Ansonsten tun wir nicht viel. Genau dafür ist Urlaub da.

Freya erklärt mir, dass Menschen an Fischständen Dinge eintauschen. Wenn unser Mensch Fisch holen geht, dann nimmt er Geld mit, denn der Fischverkäufer will etwas dafür haben, dass er unserem Menschen Fisch gibt. Ach so! Das erklärt, warum ich keinen Fisch bekommen habe!! Ich muss also eine Maus fangen, die kann ich dann gegen Fischbrötchen eintauschen. Das klingt sinnvoll. Ich verbringe einen Nachmittag mit der Suche nach Mäusen, aber hier gibt’s keine! Ich versuche einen Hasen zu jagen, den könnte ich bestimmt gegen zwei Fischbrötchen eintauschen, aber das klappt nicht. Was nun?

Am Nachmittag kommt ein wenig Wind auf. Unser Mensch packt seinen Drachen aus und läßt ihn ein paar Mal abstürzen...äh will sagen: Er läßt seinen Drachen steigen. Das ist ein komisches Hobby. Immer wenn der Drache abstürzt erjage ich ihn, doch der Mensch läßt ihn wieder fliegen. Und dann stürzt der Drache ab und ich erjage ihn, doch der Mensch läßt ihn wieder frei. Man! Ich bin ganz k.o.!

 

Tag 4:

Varel Dangast

Ich habe die ganze Nacht über die Fischbrötchen nachgedacht. Und ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Ich habe zwar keine Mäuse zum bezahlen, aber ich bin Künstler! Ich kann eine Vorstellung geben und dafür dann bezahlt werden! In Fischbrötchen! Also mache ich mich noch vor dem Frühstück auf zum Fischstand. Dort sind schon einige Menschen und ich lege los: Ich mache Männchen und lass mich kraulen und ballanciere über einen schmalen Zaun und schnurre und strecke mich und ? Was soll ich sagen: Ich habe Fans! Einige Menschen bleiben stehen und loben mich und kraulen mich und murren anerkennend, aber keiner erkennt den Sinn meiner Vorstellung! Ich bekomme immer noch kein Fischbrötchen! Argh!

Ich gebe mich geschlagen und gehe zurück zum Womo. Und dort passiert das Wunder! Meine Menschin krault mich und sagt: Mein kleiner Akrobat! Und dann! Dann packt sie eine Fischfrikadelle aus! Sie hat mich verstanden! Ich bekomme ein drittel Fischfrikadelle! Ich weiß schon, warum ich bei dieser Menschin bleibe. Sie versteht mich!

 

Tag 5:

Varel Dangast, Bochum

Es gibt ein letztes Fischbrötchen und dann fahren wir Heim. Aber wir werden wieder an die See fahren um Fisch zu essen!