Sommer an der See

Katzen-

göttInnen

Die zweite Odyszee!

oder:

Ein MyMiau Treffen an der See

Guten Tag liebe LeserInnen. Hier schreibt Odyszeus!

Endlich geht es wieder in den Urlaub. Diesmal nur mit Shasti und mir, denn unsere geliebte Freya ist über die Regenbogenbrücke gegangen. Und weil die beiden Menschen sich als ganz gute Reisebegleitung erwiesen haben, nehmen wir die zwei auch wieder mit. Im Kalender steht Frühling und wir hoffen auf ein paar Sonnenstrahlen. Hoffen wir das Beste.

 

Tag 1: Willingen nach Wunstorf am Steinhuder Meer

Heute geht’s endlich wieder los. Es ist warm, um nicht zu sagen: Wir haben Sommer! Daher fahren wir erst am Abend los und kommen spät in Wunstorf an. Hier soll es ein Meer geben aber das sehen wir nicht, wir schlafen gemütlich im Alkoven.

 

Tag 2: Wunstorf bis Lübeck

Toll! Das Wetter ist gut und wir wollen ganz liebe Verwandte besuchen fahren. Letztes Mal gab’s da nette Menschen und gutes Essen in einem schönen Garten, sagt Shasti, da bin ich ja mal gespannt. Wir rechnen mit einer Fahrtstrecke von drei Stunden, nach sieben Stunden sind wir da. Was soll ich da noch zu sagen: Doooooooooooooooof!

Aber dafür dürfen wir in der Einfahrt parken und sofort aussteigen. Hier ist es schön, es gibt Schatten und einen schmackhaften kleinen Teich mit dicken Fischen. Die Fische sind echt groß, die kann man bestimmt nicht essen, die würden ja gar nicht in eine Katzenfutterdose passen… obwohl, vielleicht in eine von den Großen?

 

Tag 3: Lübeck bis Ammersbeek

Heute geht es Richtung Bargteheide, denn da ist morgen unser großes Treffen, aber mehr dazu später. Heute gurken wir durch Lübeck um einen Supermarkt zu finden der eine ganz bestimmte Eissorte hat, weil sich ein ganz bestimmter sehr netter Mensch da sehr drüber freuen wird. Und dann geht’s zu einem Hofladen auf einem Bauernhof wo wir direkt an der Pferdeweide stehen können und lecker im Hofladen einkaufen können. Hier ist es toll!!! Wir dürfen raus und fühlen uns wie echte Bauernhofkatzen. Wenn die Pferde auf ihrer Weide spielen, dann merkt man das Dröhnen ihrer Hufe im Womo. Außerdem beäugen die Pferde uns neugierig und wir können genauso neugierig zurück gucken, so sollten wir immer stehen.

 

Tag 4: Ammersbeek bis Bargteheide und wieder nach Ammersbeek

Heute wird es aufregend! Wir fahren zum großen MyMiau –Treffen! Da treffen sich Menschen, die eine Katze haben, die bei MyMiau mitmacht. Aber nur Shasti und ich reisen an, die anderen Katzen nicht, die schicken nur ihre Menschen. Das ist seltsam, warum kommen die nicht selber? Das ist immerhin unser Treffen! (immer einen Besuch wert: www.mymiau.com)

Vorher wird es aber noch ernst: Unser Tierschutzverein trifft sich zur großen Hauptversammlung und bespricht wichtige Dinge. Auch ohne uns, auch nur Menschen, aber wir verzeihen unseren Menschen, denn immerhin engagieren sie sich im Tierschutz. Wir sind begeistert was sie so alles schon erreicht haben (mehr unter www.katzen-fuer-katzen.de). Das machen unsere Menschen schon ganz prima.

Direkt nach der Versammlung gehen sie dann zum spaßigen Teil über und treffen sich zum Quatschen und Essen und Spaß haben. Und wir werden vor der Tür geparkt. Gut, man muss den Menschen zugutehalten, dass sie oft zu uns kommen und uns huldigen. Alle Menschen, nicht nur die, die wir mitgebracht haben. Aber von Ihrem schicken Essen bringen sie uns trotzdem nichts mit. Da hilft es ihnen auch nicht, das sie sich alle einig sind, dass ich noch besser aussehe als im letzten Jahr bei unserem letzten Treffen.

Den Abend verbringen wir wieder auf diesem traumhaften Bauernhof. Diesmal aber, auf den ausdrücklichen Wunsch unserer Menschin hin, vor einer anderen Weide, weil hier die Fohlen erst drei Tage alt sind. Ich muss zugeben, für so junge Vierbeiner sind sie wirklich aktiv. Aber so richtig Party mit rumgaloppieren und allem gibt’s hier nicht. Wir schlafen also ruhig.

 

Tag 5: Ammersbeek nach Berlin

Den morgen verbringen wir mit Blick auf die Fohlenweide und fühlen uns alle sehr wohl. Hier ist es wirklich schön, leider wollen die Menschen aber nicht hierbleiben. Wir fahren nach Berlin, auf einen viel teureren Stellplatz auf dem wir weniger Platz und keine Pferde zum Beobachten haben. Und zur Krönung dieser Unverschämtheit machen die Menschen sich sofort auf den Weg weg vom Womo. Sie gehen essen und treffen nette Leute. Sie kommen sehr spät wieder. Shasti und ich müssen sie erstmal darüber belehren, dass sie um diese Uhrzeit schon längst hätten in unserem Bett liegen müssen und mit uns kuscheln!

 

Tag 6 und 7 und 8: Berlin

Bei Lichte besehen ist dieser Platz hier gar nicht schlecht. Die Menschen hier sind sehr nett zu uns, wir dürfen viel raus und das Wetter ist super. Die Menschen sehen ein Ballett und eine Mauer und viele Häuser und Geschäfte und Restaurants. Das Beste aber ist ein Ökoladen, bei dem die Menschen einkaufen, und der so herrlich stabile Papiertüten hat. Da kann man drin schlafen und sich schnell im Kreis drin drehen und sie halten echt lange bis sie in Fetzen liegen. Ich wußte schon immer, dass Bioprodukte sehr gut sind.

Angeblich soll es hier ja einen Fuchs geben, aber den sehe ich nicht. Nur eine einheimische Katze, die ist aber harmlos. Alles in allem kommen wir zu dem Ergebnis, dass Berlin immer eine Reise wert ist, weil es so wunderbar bunt ist und jeder sein kann wer er will und trotzdem niemand auffällt. Und weil die Menschen hier sehr nett sind. Aber wir ziehen es trotzdem vor auf dem Land zu wohnen. Da ist es ruhiger und die Luft ist besser und es gibt weniger Autos.

 

Tag 9: Berlin bis Rankwitz auf Usedom

Heute verlassen wir Berlin. Das tun wir sehr spät weil die Menschin noch floaten will. Sie gibt Geld dafür aus, in einem großen Becken voller Salzwasser vor sich hin zu treiben. Menschen sind halt seltsam.

Der Weg aus Berlin raus dauert fast so lange wie der Weg vom Rande Berlins bis nach Usedom, aber das ist uns egal, das soll sich ja so lohnen sagen alle. Das kann ich nicht bestätigen. Ja, die Menschen essen Fisch (und bringen uns nix mit!). Ja, wir stehen in einem kleinen Hafen und haben einen schönen Blick, ja, ja, ja, aber hier gibt’s Einheimische! Und die sind sehr unhöflich. Ich muss mich prügeln! Darum laufe ich schnell zum Womo um die Menschen zu warnen. Dann lassen sie mich nicht mehr raus, sonst wäre ich natürlich sofort wieder rausgegangen um mich und die Meinen zu verteidigen! So ein Schreck. Und das im Urlaub!

 

Tag 10: Rankwitz auf Usedom

Heute ist ein toller Tag, wir machen nämlich nix, also gar nix, und wir nehmen uns noch nicht mal was vor. Wir stehen direkt im Hafen und gegenüber gibt es Fisch. Die Menschen packen Tisch und Stühle aus und Shasti und ich gucken uns gründlich um. Hier gibt es zwei Restaurants und vier Ferienhäuser. Außerdem schaukeln hier einige kleine Boote im Wasser und am Nachmittag kommt sogar eine kleine Bimmelbahn und bringt Leute die nicht so gut zu Fuß sind zum Fisch essen hierher. Außer uns steht hier kein anderes Womo und der Hafen gehört mir! Gelegentlich kommt ein Hund vorbei, aber nur an der Leine. So ist das gut. Wenn die Menschen sich jetzt nur entscheiden würden was sie heute Abend essen wollen. Ich bin schon ganz nervös! Es steht nämlich zu Diskussion Fisch zu grillen! Das fänd ich ja besser als Räucherfisch, der liegt mir immer so schwer im Magen.

 

Wenig später: Hab ich ein Glück, es gab beides! Erst ein Stück geräucherte Makrele und dann zwei Sorten Fisch vom Grill. Alles sehr lecker, auch der Räucherfisch.

Jetzt überlegen wir, was wir morgen so machen sollen. Ich schlage vor wir machen nix. Genau wie heute, denn ich bin mit dem nix tun einfach noch nicht fertig!

 

Tag 11: Rankwitz nach Heringsdorf auf Usedom

Heute geht’s weiter, aber nur ein kleines Stück. Wir fahren nach Heringsdorf. Das ist auch auf Usedom. Hier parken wir bei einer sehr netten Frau quasi im Garten hinter dem Haus. Sie mag mich (was ja nicht weiter verwunderlich ist) und ist auch aktive Tierschützerin. Außerdem hat sie eine halbe Katze. Um genau zu sein, einen halben Kater. Das ist ein cooler Typ, der wohnt nachts und abends gegenüber und wenn die Leute da zur Arbeit gehen, kommt er zu der netten Frau und verbringt seinen Tag da. So hat er immer Personal, das ist eine sehr schlaue Idee.

Die Menschen gehen sich den Ort angucken und abends sitzen wir alle vor dem Womo und genießen die laue Luft. Die Menschen essen vegetarisch, so ein Käse.

 

Tag 12: Heringsdorf auf Usedom

Heute scheint die Sonne und es ist einfach traumhaft draußen. Die Menschen gehen an den Strand und Radfahren und er kommt immer wieder um bei uns zu lüften und nach uns zu gucken. Sie sitzt im Strandkorb. Obwohl das eine große Version eines Körbchens ist gehen wir aber nicht mit, denn es sind ein paar Minuten zu Fuss zum Strand.

Am Abend gibt es ein traumhaftes Gewitter, so dass es schön abkühlt und wir alle gut schlafen können.

 

Tag 13: Heringsdorf auf Usedom nach Neuendorf

Weil wir heute den Platz räumen müssen, müssen wir alle früh aufstehen. Also wecke ich die Menschen zeitig damit sie aufräumen können und Shasti und ich gehen noch eine Runde über den Platz. Dann fahren wir zu einem Ort wo sich alles um Erdbeeren dreht. Da essen die Menschen süße Sachen und kommen dann wieder zu uns. Und weil es regnet und sich leider das Ende unseres Urlaubes nährt, fahren wir schon mal ein Stück in die richtige Richtung und landen auf dem Stellplatz am Hafen in Neuendorf. Wir sind an Rügen vorbei gefahren um hier hin zu kommen und stehen jetzt an einem kleinen Naturbadestrand. Hübsch hier. Wir gucken auf den Saaler Bodden. Hier ist es so windig, dass andere Menschen surfen können. Unsere Menschin würde gerne baden aber dazu ist es viel zu kalt. Und ich würde gerne entspannt her rum laufen, aber dazu gibt es viel zu viele Hunde hier. Große Hunde. Nicht gut.

 

Tag 14: Neuendorf

Heute Nacht haben wir einen Leuchtturm gesehen. Wir sahen Licht von rechts nach links wandern, dann ne Weile nix und dann sahen wir Licht von rechts nach links wandern, dann ne Weile nix und dann sahen wir Licht von rechts nach links wandern, dann ne Weile nix und dann sahen wir Licht von rechts nach links wandern, dann ne Weile nix und dann sahen wir …. Ihr wisst was ich meine. Das ist spannend, das ist mein erster echter Leuchtturm. Ich habe lange auf dem Womodach gesessen und mir das angesehen. Wie weit reicht wohl so ein Leuchtturmlicht? Also wie weit kann man es sehen? Und wieviel Watt hat so ein Leuchtturm und funktioniert er auch mit EU weit einheitlichen Energiesparlampen? Und wie weit ist er wohl weg?

Das Internet erklärt dazu folgendes: „Zum ersten spielt die Feuerhöhe eine Rolle, zum zweiten die Höhe des Betrachters über dem Wasserspiegel, drittens die Lichtstärke und Farbe der Lichtquelle, zum vierten die Qualität der Optik. Fünftens kann das Wetter und die daraus resultierenden Sichtbedingungen die Reichweite begrenzen.“ Dann erklärt das Internet noch was über schlechtes Wetter, aber ich glaube das haben wir nicht und darum lasse ich das jetzt hier mal weg. Also die Feuerhöhe kenne ich nicht, ebenso wenig die Lichtstärke … und dann ist da noch die Erdkrümmung…. Ziehen wir Pythagoras zu Rate können wir an allen Krallen abzählen: Distanz in Seemeilen ist gleich ungefähr 1,9274 mal Klammer auf Wurzel aus meiner Augenhöhe in Metern plus Wurzel aus Feuerhöhe in Metern Klammer zu. Wir stehen direkt am Strand, also auf null, das Womo ist 3 Meterhoch, ich bin 35 Zentimeter groß daraus die Wurzel macht 1,83 plus schätzen wir den Turm auf 20 Meter draus die Wurzel macht 4,47 sind zusammen 6,30 mal 1,9274 sind 12,14.

Also ist der Leuchtturm 12,14 Seemeilen von mir weg? Das sind etwa 19,3 km? Stimmt das? Hätte mich Amerigo Vespucci so als Schiffskater mitgenommen? Oder habe ich was falsch gemacht? Oder ist der Leuchtturm nicht wirklich am Horizont sondern höher und ich kann gar nicht so rechnen. Mhm, das sehe ich aber nicht, immerhin ist es dunkel wie soll ich da den Horizont erkennen?? Ich sitze also einen guten Teil des heutigen Tags auch auf dem Dach und denke über Leuchttürme nach. Erst ist es kühl und schattig, dann kommt ein frisches Windchen dazu und der Himmel klart auf. Später ist es windig und ich habe Sorge, vom Dach geweht zu werden. Also setzte ich mich noch was zu den Menschen die mit einer Wolldecke draußen sitzen und aufs Meer gucken. Jetzt wo es so klar ist sieht man viel weiter als gestern. Ob dieses dünne Ding da hinten ein moderner, schmaler Leuchtturm ist?? Und ob er ungefähr 19 km weit weg ist?

Ansonsten machen wir heute wenig. Ein wenig lesen und aufmerksam die Nachbarn beobachten. Ein Mann fährt mit seiner Gießkanne immer wieder zwischen seinem Womo und dem Wasserhahn im Hafen hin und her. Ober wir ihm unseren Schlauch leihen sollen? Und wie oft er wohl fahren muss um duschen zu können? Nichts als Fragen heute.

 

Nachtrag: Unverschämtheit! Kommt der Mensch von seiner Radtour wieder, liest sich durch was ich geschrieben habe und sagt nach einem Blick in die Karte, ich möge doch einfach den Leuchtturm Darßer Ort googeln, dann wüsste ich doch alles. Tse! So was Unkreatives! Ein Blick in die Karte ergibt, dass ich mit meiner Rechnung über den Abstand zwischen Leuchtturm und mir Recht hatte, was will er mehr?

 

Tag 14: Neuendorf bis Insel Pöhl

Heute scheint wieder die Sonne und ich bin etwas verschlafen, denn ich habe heute Nacht weiter den Leuchtturm beobachtet. Kurz vor der Abfahrt gehe ich noch eine Runde über den Platz, und zwar eine große, zusammen mit meinen Menschen.

Und dann sind wir wieder unterwegs. Bis die Menschen plötzlich ein Schild sehen, auf dem steht: „Kauft mehr Schnaps!“ Und dann kommen noch mehr Schilder mit „Brennerei“ drauf und denen fahren wir hinterher. Wir landen in einem kleinen, hübschen Ort auf dem Parkplatz von maennerhobbies.de und die Menschen gehen rein. Als sie rauskommen haben sie eingekauft und erzählen von der Besichtigung der kleinen Brennerei (die Brennblase hat eine andere Form als in Schottland die Brennblasen in denen Whiskey hergestellt wird, der Chef hier meint aber, das habe keinen Einfluss auf den Geschmack) und den netten Menschen und der guten Idee hinter dem Betrieb.

Dann geht es weiter nach Pöhl. Hier stehen wir in einem kleinen Hafen direkt am Wasser. Die Menschen essen Fisch und wir lernen die netten Nachbarn kennen. Die Sonne scheint und es weht ein laues Lüftchen. Was will Kater mehr? Ach ja, Fisch zum Abendessen natürlich.

Tag 15: Insel Pöhl nach Hause

Leider ist unser Urlaub schon wieder zu Ende. Schade.