Nordstrand

Katzen-

göttInnen

Meer Fisch!

Es ist Sommer und endlich fahren wir wieder in den Urlaub!! Dort soll es Schafe und Fisch geben. Wir sind schon ganz aufgeregt.

 

Tag1:

Bochum, Bielefeld, Stade

Hallo liebe Leser! Heute ist der bisher heißeste Tag des Jahres und was machen wir? Wir fahren in den Urlaub!! Gestern haben die Menschen das Womo geputzt und gewienert und vollgepackt, und heute geht’s los. Wir warten bis die Menschin von der Arbeit zurück ist und fahren dann nach Bielefeld zu den netten Menschen mit dem schönes Haus. In dem Haus ist es wunderbar kühl und Tacita findet zwei kleine Menschen, die sie an der Leine herumführen kann. Die drei sind also beschäftigt. Wir anderen genießen das Wetter und lassen es uns gut gehen. Ich möchte aber hier dringend zu Protokoll geben, dass es Sahnetorte gab und wir nichts abbekommen haben. Na gut, nicht nichts, aber fast nichts, oder sagen wir mal: Eindeutig zu wenig.

Zu Abend fahren wir dann weiter. Das ist eine prima Idee. Es ist nicht mehr so heiß draußen und im Womo machen wir die Klimaanlage an. Allem Anschein nach ist außer uns keiner auf die Idee gekommen in der Mitte eines langen Wochenendes an einem endlos heißen Tag in den Urlaub zu fahren. Also kommen wir super durch und fahren noch ein Stück weiter als geplant. Mitten in der Nacht kommen wir dann in Stade an. Hier ist ein Stellplatz der im Stellplatzführer sehr gut aussah. Im dunkeln bestätigt sich dieser Eindruck. Es ist auch mitten in der Nacht noch warm und wir lassen es uns draußen gut gehen. Am sehr frühen morgen regnet es dann sehr heftig. Aber das stört uns nicht. Wir fünf kuscheln im Alcoven.

 

Tag 2:

Stade bis Nordstrand

Heute ist es deutlich kühler als gestern. Der Platz sieht auch bei Licht prima aus. Wir gehen noch ein wenig spazieren. Nette Nachbarn gibt’s hier. Warum wundern sich nur immer alle das Katzen gerne Urlaub machen?

Die Menschen haben ein Problem mit dem Wasser im Womo. Es kommt keines aus dem Hahn. Aber anstatt das sie endlich lernen, sich richtig zu putzen, ohne Wasser und mit der Zunge (das ist auch viel hygienischer) fahren wir zu einem Womoreparaturmensch und der hat ruckzuck so ein kleines Stöpselchen eingebaut und schon wuppt das Wasser wieder. Tja, wieder eine vertane Chance für die Zweibeiner.

Um weiterzufahren müssen wir erstmal mit einer Fähre über die Elbe. Das spart uns den Weg durch Hamburg haben wir gelernt. Das ist Tacitas erste Fahrt mit einem Schiff, und was macht Sie? Sie verschläft alles!

Dann fahren wir noch weiter Richtung Norden. Nach Nordstrand. Das ist eine Insel, die mit einem Damm mit dem Festland verbunden ist. Das ist praktisch. Wir können mit dem Womo einfach drauffahren. Und heir stellen wir uns auf einen kleinen Campingplatz direkt hinter dem Deich. Wir sind mit wenigen Sprüngen auf der Deichkrone und können das Wasser sehen. Und das Marschland. Und viele viele Schafe.

Die Sonne scheint und wir grillen. Das ist gut, das ist Urlaub.

Im Nachbarwomo wohnt ein Hund mit Jagdinstinkt. Das ist weniger gut. Er erschreckt unsere kleine Tacita sehr, und sie verkrümelt sich im Womo. Sie weiß einfach wo jemand ist, der auf sie aufpasst.

 

Tag 3:

Nordstrand

Heute werden wir wach und die Sonne scheint und die Schafe blöken. Wir drei wollen sofort raus und nach dem rechten sehen. Wir drehen gemeinsam eine kleine Runde und dann entdecken wir den Hund. Zum Glück sind unsere Sinne viel besser als die von Hunden. Das sieht man daran, dass wir ihn zuerst entdecken. Shasti übernimmt das Kommando und scheucht Tacita und mich vor sich her zurück zum Womo. Dort klettern Tacita und ich schnell zum Menschen ins Bett. Dort ist es sicher. Doch leider hat der Hund uns mit einiger Verzögerung dann doch bemerkt und sprintet uns hinterher – bis ins Womo! Doch Shasti ist unsere Heldin des Tages! Sie plustert sich zu voller Größe auf und faucht was das Zeug hält. Sie ist wirklich gut! Sie schafft es den Hund auf der Treppe zu halten bis die Menschin ihn sich am Halsband schnappen kann und ihn aus dem Womo zerrt. Shasti passt genau auf, das er auch wirklich unser Reich verläßt. Sie ist unsere Beschützerin und faucht ihm nochmal hinterher!

Auf diesen Schreck müssen wir erstmal den Vormittag verschlafen. Die Menschen fahren mit den Rädern zu einem Bauernhof, wo es nur Schafprodukte gibt. Dort kaufen sie Schinken und Salami. Uih, die reicht sooooo gut! Die gibt es morgen zum Frühstück! Und außerdem müssen wir unsere Menschin hier einmal lobend erwähnen: Sie hat sich … äh, also ich meinte natürlich uns ein neues Kuschelkissen mit Schafwolle mitgebracht! Uih! Da werde ich heute Nacht drauf schlafen!

 

Tag 4:

Nordstrand über Husum nach Dagebüll

Der Tag fängt sehr gut an. Wir haben immer abwechselnd gemeinsam mit der Menschin auf dem schönen neuen mit Schaffell gefüllten Kissen geschlafen. Sehr erholsam. Und dann ging der Tag sogar noch besser weiter: mit Lammsalami zum Frühstück. Dann fahren wir weiter. Heute geht’s nach Husum. Die Zweibeiner gehen shoppen und wir schlafen im Womo. Am Nachmittag verschlägt es uns dann nach Dagebüll. Das ist 32 km nördlich von Nordstrand. Und eigentlich ist Dagebüll eine Hallig. Also eine Ex-Hallig, sagt der Reiseführer. Aber das macht nix. Hier gibt es Deiche mit Schafen und ganz hervorragende lauwarme Fischfrikadellen.

 

Tag 5:

Dagebüll und Horsbüll

Heute scheint die Sonne aber es ist wirklich windig. Helle und dunkle Wolken ziehen in Blitzgeschwindigkeit über den Himmel. Das nennt sich wohl Seewetter. Wir müssen echt vorsichtig sein, dass der Wind nicht unsere Womotüre zu wirft während wir gerade die Nase in die Sonne halten. Die Menschen ziehen sich Pullover über und wir freuen uns, dass wir Pelzträger sind. Zum Frühstück gibt es Heringstip (der arme Fisch, also wirklich, hätte man aus dem nicht auch eine Fischfrikadelle machen können?) und für uns Fischfrikadelle (sehr gut).

Dann gehen die Menschen sich die Füße im Watt total dreckig machen. Das hätten wir mal machen sollen, dann hätten sie sich die armen kleinen Katzen geschnappt und unsere Füße geputzt! Aber die Menschen ziehen einfach ihre Zweitfüße (auch Schuhe genannt) vor dem Womo aus. So sparen sie es sich, sich gegenseitig unter den Arm klemmen zu müssen und die Füße des jeweils anderen mit einem feuchten Tuch zu putzen. Gar nicht so dumm.

Dann geht’s weiter Richtung Norden. Aber nur etwa 13 km. Bis nach Horsbüll. Hier gibt’s einen traumhaften Stellplatz so was von dicht am Deich, das wir schon fast auf dem Deich stehen. Außer einer Bude, die Fischbrötchen verkauft ist hier nix! Das ist cool. Wir erkunden das Nix und die Menschen sitzen lange am Strand und gucken der Sonne beim Untergehen zu. Sehr schön hier.

 

Tag 6:

Horsbüll

Der Tag fängt mit Sonne an, und so hört er auch auf. Zwischen drin sitzt die Menschin in einem großen geflochtenen Korb am Strand. Das ist echt fein, ein riiiiiesen Korb in Menschengröße zum drinsitzen! Wir haben ja schon an den Menschen gezweifelt, dass sie das beste Möbelstück aller Zeiten nicht auch mal für sich anfertigen, aber unsere Zweifel waren unberechtigt: Es gibt auch Körbchen für Menschen. Das Menschenkörbchen ist so groß, da passen wir noch mit den Menschen gemeinsam rein. Das ist toll. Hier ist man windgeschützt und kann in der Sonne sitzen. Da sind die Menschen doch viel schlauer, als wir bisher gedacht haben, sich so ein Körbchen zu erfinden, nicht schlecht.

 

Tag 7:

Horsbüll bis Römö in Dänemark

Heute geht es für Tacita das erste mal ins Ausland: Nach Dänemark. Wir fahren von Horsbüll immer weiter nach Norden auf kleinen Straßen entlang der Küste. Und auf einmal sind wir in Dänemark. Das ist ein schönes Land. Es sieht genauso aus wie Deutschland im Norden. Nur sprechen die Menschen hier anders und scheinen kein „o“ zu mögen, denn sie streichen es immer wieder durch. Aber sie machen gute Fischbrötchen. Wir fahren auf einem sehr langen Damm vom Festland auf die Insel Römö und gucken dort nach einem Stellplatz. Und da finden wir auch einen ganz zauberhaften, an einem kleinen See. Dort stehen alle Womos im Kreis und gucken auf den See. Sehr hübsch. Leider sehen das viele Menschen auch so und der kleine Platz ist schon voll. Also fahren wir auf einen richtigen Campingplatz und stellen unser Womo an eine kleine Wildrosenhecke. Hinter der Hecke grasen Islandponys und hinter den Ponys ist das Meer. Der Ausblick ist also wirklich idyllisch.

Heute machen wir uns dann einen internationalen Abend: Zwei Menschen und zwei Katzen aus Deutschland und eine Katze aus Spanien essen in Dänemark dänischen Lachs mit englischen Gewürzen, italienischem Rissotto und Gemüse in französischen Sud. Und das Ganze mit belgischen Nachbarn. Zum Schluß gibt es einen schottischen Whisky. Das war ein guter Tag. Das Stück Lachs war riesig und unser Anteil auch.

 

Tag 8:

Römö und Horsbüll

Heute war ein toller Tag! Ein ganz und gar großartiger Tag! Ihr glaubt nicht was wir heute gemacht haben! Wir waren am Strand, am Sandstrand. Wir alle, den ganzen Tag. Wir sind mit dem Womo auf den Strand gefahren! Auf den Autostrand von Römö. Unser Womo stand direkt auf dem Sand mit Blick auf das Wasser. Also, später dann. Zuerst stand unser Womo etwas schief und ein Vorderreifen steckte im Sand fest. Und dann drehte das Rad durch und spritzte Sand. Nicht gut, gar nicht gut. Aber am Strand waren ganz viele nette Menschen die haben uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden und gemeinsam haben wir unser Womo wieder aus dem Sand raus geschaukelt. Auf ein anderes Stück Sand wo aus unerfindlichen Gründen die Reifen glücklicher waren. Dort haben wir dann unsere Markise ausgefahren und unsere Stühle und Liegen raus geholt und es uns den ganzen Tag so richtig richtig richtig gut gehen lassen. Wir hatte etwas zu essen und zu trinken und Schatten und Sonne und ein wenig Wind und unser eigenes Klo und wenn wir wollten konnten wir reingehen und uns ins Bett legen. Draußen war es warm und sonnig und im Womo war es schattig und ruhig. Perfekt.

Tacita hat einen riesen großen Drachen gejagt, der hatte bestimmt zwei Meter Flügelspannweite, wenn nicht mehr. Freya hat auf jedem Stuhl und jeder Liege eine halbe Stunde geschlafen und Shasti hat den ganzen Tag auf das Womo aufgepaßt. Die Menschen waren sogar im Meer schwimmen und dann sofort warm duschen im Womo. Schön. Leider darf man hier am Strand nicht übernachten, darum sind wir am Abend dann zurück nach Horsbüll gefahren. Jetzt sind wir alle müde. So ein Tag am Strand ist anstrengend.

 

Tag 9:

Horsbüll über Büsum nach Meldorf

Heute ist der erste Tag unseres Urlaubes, bei dem wir uns über das Wetter beschweren können. Es ist kühler geworden und dicke Wolken hängen tief über dem Womo. Das ist kein Strandtag, also fahren wir los. Wir fahren lauter winzige Strassen entlang bis nach Büsum. Dort parken wir dann im Hafen und die Menschen gehen den hübschen Ort angucken und Fisch essen. Ja, richtig, Fisch essen. Ohne uns! Und etwas mitbringen tun sie uns auch nicht. Aber da der Menschin so richtig elend wird nach dem Essen ist es vielleicht auch ganz gut, dass wir nichts davon gegessen haben. Das ist bestimmt die Strafe dafür, dass sie nicht mit uns geteilt hat.

Am Nachmittag fängt es in Büsum dann so arg an zu regnen und zu donnern, dass wir wirklich froh sind als die Menschen wieder sicher im Womo erscheinen.

Wir fahren dann noch bis nach Meldorf und stellen unser Womo an den Deich, direkt zwischen das Hafenbecken und einen kleinen See. Hübsch hier. Und es ist immer noch so windig, dass alle Surfer auf dem See vor uns so richtig flott über das Wasser kreuzen. Leider ist dieser Abend dann auch schon der letzte Urlaubsabend. Morgen geht es wieder Heim.