Erste Odyszee

Katzen-

göttInnen

Die erste Odyszee!

oder:

Plauen und Tschechien im Juni

Guten Tag liebe LeserInnen. Hier schreibt Freya. Wir melden uns das erste Mal mit Startpunkt Willingen! Wir sind mal wieder urlaubsbereit. Außerdem ruft uns das dritte, jährliche Mymiautreffen nach Plauen ins schöne Vogtland. Und wir sind wieder zu dritt. Vor einem knappen Monat ist Odyszeus bei uns eingezogen. Wir haben ihm schon erzählt das wir ein bewegliches Urlaubszuhause auf Rädern haben mit dem wir die Welt angucken fahren, aber er hat uns nicht geglaubt. Aber jetzt ist es Freitagabend und das Womo steht in der Auffahrt.

 

Tag 1, Willingen im Upland bis Plauen im Vogtland:

Die Menschen tragen ganz viel Zeug hinein und zum Schluss auch uns. Shasti und ich freuen uns, dass es wieder losgeht und legen uns in unsere Körbchen unter dem Tisch. Die kleine Schissbucks Odyszeus bekommt im Womo Leckerli und wird gelobt, dass er sich alles anguckt und dann geht es los. Shasti und ich schlafen ein und Odyszeus versteckt sich unter der Bettdecke. Erst kurz vor dem Ziel sammelt er seinen gesamten Mut und guckt mal aus dem Fenster. Aber wenn ich mal ehrlich bin, hält er sich für seine erste Reise sehr tapfer. Er schläft einfach durch.

Wir parken zu elend später Nachtstunde vor dem Westbahnhof Plauen und Shasti und ich gehen noch eine Runde spazieren. Eine herrliche laue Sommernacht. Hier riecht es nach einer Katze und einem Kater. Den Kater lernen wir auch kennen. Er heißt Garfield und sagt hallo als wir aussteigen. Ein netter Typ.

Der Mensch will nett sein zu Odyszeus und will ihn an der Leine mit raus nehmen. Aber Odyszeus will nicht. Also bleibt er an der Leine drinnen. Auch gut. Als Shasti und ich schon wieder zurück sind von unserem Ausflug guckt Odyszeus aus dem Womo raus und Garfield guckt in das Womo rein und Odyszeus erschreckt sich so fürchterlich, dass er die Flucht nach vorne antritt. Er streift das Geschirr ab und rennt was das Zeug hält. Immer die Bahnschienen lang, bestimmt 600 Meter, wenn nicht mehr. Unsere Menschen erschrecken sich noch mehr und laufen ihm direkt hinterher. Shasti und ich gehen schlafen.

Irgendwo neben den Gleisen erpiepen die Menschen dann den kleinen Kerl und locken ihn aus dem Gebüsch. Er ist ganz verschreckt. Also diesmal war der Lokator an seinem Halsband wirklich gold wert. Als die drei wieder am Womo ankommen ist Odyszeus immer noch ganz verschreckt und schläft die Nacht bei der Menschin im Arm.

 

Tag 2, Plauen:

Dieser Tag begann früh, und für Odyszeus mit einem großen Schreck. Es klopft nämlich an der Womotür! Shasti und ich gehen mal gucken wer da so kommt, aber das ist nur ein großer Mann ohne Essen und daher gehen wir eine Runde spazieren. Nach der Aktion gestern Abend darf Odyszeus aber nicht mit. Es stellt sich raus, dass der große Mann der Diener von Cleo, Willy und Maya ist, der unsere Menschen zum Kaffee einlädt. Wir starten also nach unserem Spaziergang früh in den Tag. Wir fahren in eine Siedlung mit tollen Häusern, die von Außen alle verschnörkelt sind. Das sieht hübsch aus. Die Menschen gehen Kaffee trinken und als sie wiederkommen riechen sie nach fremden Katzen! Aber gut, wir verzeihen ihnen, immer hin sind wir mit diesen Katzen befreundet.

Dann fahren wir nach Oelsnitz. Die Menschen sind nämlich bei der Menschin von Casper und Samson zum Nudeln essen eingeladen. Die zwei erzählen von einer wunderschönen Wohnung und sind ganz begeistert von den Katermännern und ihrem schönen Fell.

Dann geht’s zurück zum Bahnhof Plauen und da warten schon ganz viele liebe Menschen auf uns. Sie stürmen unser Womo um uns zu huldigen! Das ist toll!!!! So viele feline Menschen und alle sind nur wegen uns da!!! Leider gehen sie dann erst mal alle zusammen Eis essen, aber am Abend kommen sie alle wieder und besuchen uns alle ganz oft. Wir werden gekrault und bewundert. Diese Menschen haben es echt drauf, so sollte man Katzen behandeln! Selbst Odyszeus lernt nach einer Weile, das der Besuch toll ist und versteckt sich nicht mehr unter der Bettdecke. Später läßt er sich sogar kraueln.

Allerdings gab es Buffet, und keiner hat uns was mitgebracht! Leute, das geht so nicht!!!

Die Menschen haben einen tollen Abend, erzählen sie uns hinterher. Sie haben viel gelacht mit tollen Menschen und viel Geld für unseren Verein gesammelt. Sie kommen am frühen Morgen zurück ins Womo und gehen schlafen.

 

Tag 3, Plauen über Loket in Tschechien bis Sokolov in Tschechien:

Der Tag beginnt mal wieder vor dem wachwerden, aber das ist ok. Eine sehr nette Frau kommt zum Frühstück und krault uns. Sie kann das sehr gut, sie darf öfter kommen.

Dann räumen die Menschen noch ein wenig die Partyreste weg und dann geht’s nach Tschechien. Für Shasti und mich ist es das elfte Ausland, für Odyszeus das erste. Und wie immer merkt man es nicht, das man in einem anderen Land ist. Unterwegs bekommt das Womo ein paar Hagelkörner ab, aber nicht viele. Odyszeus ist schockiert, beruhigt sich aber schnell wieder.

Wir fahren nach Loket und die Menschen gucken sich die hübsche Stadt in der Flusskehre an. Sie gehen lecker essen und bringen uns nichts mit. Dann fahren wir auf einen Stellplatz in Sokolov. Wir parken hinter einem Restaurant im Garten. Das ist hübsch hier. Und der Mensch ist auch total nett. Er spricht ein wenig deutsch und die Menschen bekommen mehr zu Essen und ein sehr leckeres Radler (auf der Packung ist ein Panterkopf). Hier ist es wirklich super. Selten sind wir alle so herzlich willkommen geheißen worden wie hier. Die Menschin telefoniert sogar mit der Tochter vom Chef die auf deutsch nachfragt ob alles gut ist. Außerdem bringen uns die Menschen eine große Portion Käse mit. Sehr gut!

 

Tag 4, Sokolov bis zum Oeltschnitzsee im Frankenwald:

Heute beginnt der Tag spät. Draußen scheint die Sonne und Shasti und ich machen einen Spaziergang. Der Kater dürfte heute auch raus, hier kann er nämlich nicht weit weg. Aber er traut sich nicht wirklich. Er sitzt in der Tür und guckt. Einmal geht er kurz raus und guckt unters Womo, mehr aber nicht. Auch gut, wir lassen es uns gut gehen.

Am Mittag machen wir uns dann auf den Weg in einen großen Supermarkt und die Menschin kauft tschechische Chips und Backutensilien. Dann halten wir noch an einem Euroladen, das ist wie ein Duty Free Laden, nur ohne Flughafen. Aber das ist wohl nicht so toll, da gibt es kein Katzenfutter.

Und dann wird es mal wieder genial. Wir finden einen Badesee! Der Oelschnitzsee ist nicht zu groß und nicht zu klein und liegt im Grünen und wir dürfen raus. Toll, toll toll! Odyszeus schafft seine erste kleine, angstfreie Runde um das Womo und dann schlafen wir mit Blick auf den See.

 

Tag 5, Oelschnitzsee im Frankenwald:

Als wir wach werden ist eine kleine Schranke offen, die gestern Abend noch eine Straße, die direkt an den See führt versperrt hat. Eine sehr nette Frau erlaubt uns, uns so dicht an den See zu stellen, dass man quasi vom Womo aus reinhüpfen kann. Das machen die Menschen dann auch. Wir stehen jetzt mitten im Wald. Unter großen Bäumen. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, es ist perfekt. Und Odyszeus springt über seinen eigenen Schatten und verlässt das Womo. Innerhalb von einer Stunde hat er begriffen, wie der Hase, äh… Verzeihung, der Kater laufen soll. Wenn er sich erschreckt, rennt er ins Womo und versteckt sich unter der Bettdecke und ansonsten genießt er den Wald. Er schnuppert hier und schnuppert da und rennt viel und ausdauernd in der Gegend rum. Und dann, dann fängt er einen Vogel!!! Er ist total begeistert und trägt ihn schnell in Sicherheit: Ins Womo. Die Menschin ist nicht begeistert, gelinde gesagt. Der Mensch versucht den Vogel noch zu retten, aber der Kater ist ein Mörder, sagt die Menschin. Und weil Opfer Nummer eins nu weg ist, fängt sich der Kater eben einen neuen Vogel. Diesen trägt er noch zappelnd und schreiend ins Womo. Da ist gerade die Menschin drinn. Shasti und ich sitzen auf der Liege vor dem Womo. Das Ganze war recht spannend: Die Menschin geht hinten ins Womo und sucht ein Buch. Der Kater rennt hinten ins Womo und will den Vogel in Sicherheit bringen. Die Menschin schreit und quiekt, wir sehen durchs Fenster wie sie hüpft und dann verlässt sie fluchend das Womo durch die Vordertür. Dann kommt der Mensch. Er betritt das Womo ebenfalls von hinten, jagt den Kater durch den Wohnraum und dann verlässt erst der Kater und dann der Mensch und der Vogel das Womo durch die Vordertür. Ein neues Spiel: Rundlauf mit Vogel, oder so. Shasti und ich haben in der ersten Reihe gesessen und zugeguckt. Sehr unterhaltsam.

Dieser Vogel hat überlebt. Der Mensch streicht ihm die Federn glatt und trägt ihn weit weg, in Sicherheit.

Aber der Kater ist noch nicht fertig mit seinen unterhaltsamen Ideen. Als sich der ganze Trubel wieder gelegt hat und wir uns wieder gemütlich auf die Liege gelegt haben ist Odyszeus auf einmal weg. Aber wir können ihn hören. Er sagt „Mau“. Die Menschin sagt „Odyszeus?“ Und Odyszeus sagt „Maumau!“ und die Menschin antwortet „Wo bist Du?“ So geht es eine ganze Weile, bis die Menschin sich überlegt, dass das irgendwie komisch ist und anfängt den Kater zu suchen. Er ist nicht im Womo, er ist nicht unterm Womo, aber wir alle hören ihn mauen. Da haben die Menschen eine gute Idee. Sie machen die Motorhaube auf. Und da sitzt Odyszeus: Auf dem Motor unter der Haube. Er sagt Mau, springt runter und geht seiner Wege. Die Menschen sind sehr verdutzt.

Aber der Rest des Abends ist sehr entspannt. Wir schlafen im Wald und es ist wunderbar.

 

Tag 6, Oelschnitzsee im Frankenwald nach Hause:

Wir lassen den Tag ruhig angehen. Die Menschen gehen noch mal schwimmen und wir gehen eine Runde durch den Wald. Dann geht es leider schon wieder nach Hause. Unterwegs besichtigen die Menschen eine historische Porzelanmanufaktur und wir fahren die malerische Thüringer Hochwaldstrasse entlang ehe wir über die Autobahn nach Hause düsen.

Odyszeus schläft auf dem Schoss der Menschin ein. Jetzt ist er ein echter Womokater.