Meine zweite Reise

Ein Schnurrer auf Reisen

oder

Katertour die Zweite

Unser erster Urlaub im Wohnmobil war ein voller Erfolg. Wirklich! Wir fünf hatten viel Spaß. Und da ist es doch nahe liegend, dass wir das Ganze wiederholen wollen. Nun wäre es aber sehr langweilig, wenn wir noch mal Richtung Süden fahren würden, und so haben wir uns entschieden, nach Norden zu fahren. Das Meer haben wir nämlich noch nicht gesehen. Und von da werden wir nach Osten fahren …

 

Tag 1 Bochum über Bielefeld bis Buchholz

Katz oh Katz Ihr glaubt es nicht: Heute geht’s wieder in den Urlaub! Das Womo steht vor der Türe und es ist schon Nachmittag! Unsere Menschen wuseln rum und packen alles mögliche ein. Vorsichtshalber setzten meine Golden Girls und ich uns in die Diele, dass sie uns auch ja mitnehmen. Shasti setzt sich sogar in das neue Reisekörbchen. Und dann ist es endlich soweit. Quasi als letzte Fuhre bringen sie uns runter. Stark, mehr kann ich nicht sagen. Diesmal hat das Womo keinen Alcoven, sondern nur ein Bett ganz hinten, aber das ist sooooooooooooooo breit, da ist sogar noch eine kleine Zusatzmatratze zwischen den großen Matratzen extra für uns! Eine Katzenmatratze! Wir sind hin und weg. Diesmal haben sie auch noch mehr Anschnallmöglichkeiten für uns geschaffen, so dass wir in den Pausen den Platz noch öfter wechseln können.Ich starte auf dem Bett liegend und gucke aus dem Fenster. Und Ruckzuck sind wir in Bielefeld. Hier werden wir vor einem schicken Häuschen geparkt und ich würde so gerne in den Park laufen, aber nein, ich muss drinn bleiben und die Menschen gehen Essen. Mit lauter anderen netten Menschen. Warum dürfen wir da nicht mit? Wenigstens kommen die netten Menschen uns noch alle besuchen. (Oder gucken die nur das Womo an?). Dann geht’s spät abends noch nach Norden und über Nacht bleiben wir irgendwo bei Buchholz stehen. Aber jetzt will ich auch nicht mehr raus, jetzt will ich ins Bett. In die Mitte, genau da gehöre ich nämlich hin!

 

Tag 2

Buchholz bis Lübeck

Nicht zu glauben, aber wir fahren doch tatsächlich früh morgens los und sind zum Brunch in Lübeck. Hier ist es schön, hier ist ein großer Garten mit sehr schmackhaftem Teich und noch mehr Zweibeiner. Die hier sind alle mit unserer Menschin verwandt, wohin gegen die gestern alle mit unserem Menschen verwandt waren. Ich rieche so was. Die Lübecker Menschen haben eine sehr kompetente und zuverlässige etwas kleinere Menschin mitgebracht, die sich ganz hervorragend um uns kümmert.Wir liegen unter dicken Tannen, gucken uns ein wenig um und lassen es uns gut gehen. Das Wetter ist perfekt.

 

Tag 3

Lübeck bis Insel Poehl

Am Nachmittag machen wir uns auf die Socken. Wir sind nicht lange unterwegs, und schon sind wir auf einem Stellplatz in Poehl. In absoluter Nähe von höchstens 70 Katerschritten ist eine Fischräucherei und auf der anderen Seite des Womos wird’s gruselig: Wasser! Wasser soweit das Auge reicht. Und salzig ist das! Wir stehen auf einer Hafenmauer und höchstens 12 Katerschritte vor der Türe fängt das Wasser an.Ich gucke mich nur vorsichtig um und mache dann ein Schläfchen im Kofferraum. Hier ist Schatten, das ist viel sicherer. Warum die Zweibeiner so begeistert sind ist mir nicht nachvollziehbar. Shasti entdeckt nette Nachbarn, die gerade Abendessen, aber die dürfen wir nicht besuchen. Auf dem Wasser vor uns schaukeln lauter räderlose Womos auf und ab und über uns schreien Möven. Während ich hier für Euch schreibe neigt sich die Sonne dem Horizont zu und wir sitzen noch draußen weil es so schön warm ist.

 

Tag 4

Insel Poel

Heute ist ein super Tag. Wir machen nämlich nix. So gar nix. Unsere Zweibeiner haben beschlossen, dass das Wetter toll und der Stellplatz super ist und wir somit hierbleiben. Morgens frischt ein wenig Wind auf. Wenn er landwärts weht riecht man Salz, ist er ablandig riecht man Kühe. Und kommt er von weiter links riecht man die Fischräucherei. Wir nutzen die Ruhe und erkunden das Womo bis in den kleinsten Winkel, und wie bereits angedeutet ist dieses Womo für Katzen ganz hervorragend geeignet. Vorne ist eine große Scheibe mit Liegefläche direkt davor, dahinter binden sich während der Fahrt unsere Menschen fest, dann kommt ein Tisch mit Bank und Stuhl. Dort stehen unsere Körbchen. Dann kommt das Bad und die Küche und ganz hinten das Bett. Unter dem Bett sind die besten Verstecke überhaupt. Menschen nennen das Schrank, aber die haben ja keine Ahnung! Da kann man rein krabbeln und liegt ganz weich. Und der eine Schrank, der geht durch bis in den Kofferraum. Das ist cool. Wir können also im Schrank liegen und in beide Richtungen raus gucken und wissen so immer was passiert. Das Bild zeigt Shasti und mich wie wir vom Schrank in den Kofferraum gucken und unserer Menschin beim Wuseln zugucken. Sehr unterhaltsam.

Meine Menschin sagt ich solle zur Beruhigung meiner LeserInnen schreiben: Natürlich sind wir hier an der Leine, wir können nicht ins Wasser fallen, keine Sorge. Besonders wichtig ist das heute, da gen Nachmittag so viel Wind aufkommt, das wir die Markise einholen und die kleinen süßen Kater am Liebsten beschwert werden würden. Aber auf diese wichtige Idee kommt natürlich keiner.

 

Tag 5

Insel Poel über Wismar nach Fünfsee bei Malchow

Als erstes muss ich einen dringenden Nachtrag zu meinem Bericht von gestern machen: Das Wetter war super und wir haben bis nach 10 Uhr vor dem Womo gesessen und dann parkt hinter uns ein neues superschickes riesiges Womo ein und die Leute dazu gehen eine Runde über den Platz. Als sie uns sehen sind sie ganz begeistert, dass noch jemand mit Katzen reist. Sie machen das schon seit Jahren, erzählen sie uns. Und jetzt kommt der Knüller: Ihre Katze Lady und ihr Kater Rocky waren schon mehrfach am nördlichen Polarkreis! Allerdings sind die beiden reine Womokatzen und dürfen nicht raus, also haben wir sie nicht kennengelernt. Jetzt muss ich mir dringend überlegen, ob ich den Titel „weitgereistester Kater den ich kenne“ an Rocky abgeben muss, da er weiter gereist ist. Aber da er das Womo nicht verlassen darf habe ich ihn nicht kennengelernt, also darf ich doch eigentlich meinen Titel behalten, oder?

Und nun zu heute. Das Wetter ist weniger perfekt und wir verlassen die zauberhafte Insel Poel. Unser erster Halt ist in Wismar. Unsere Zweibeiner gucken sich gründlich um und sind sehr begeistert von der schönen alten Hansestadt. Dann geht’s weiter Überland, einige ganz ganz tolle Alleen angucken. Sehr schick. Und jetzt kommt der größte Lacher aller Zeiten für Eingeweihte: Unterwegs machen wir Halt in Satow und unsere Zweibeiner gehen in einen Saftschorlenfabrikverkauf (!). Shastis Mensch kauft Saftschorle aller Sorten und ist sehr zufrieden.

Jetzt stehen wir an einem winzigen See neben einem großen See bei Malchow und überall um uns herum wohnen Hunde in den Womos. Das ist zum Mäuse melken.Wir machen nur eine kurze Runde übern Platz und starten jetzt in einen ruhigen Abend. Leider ist es kalt und windig. Gut das ich mein Filzbällchen zur Bespaßung bei habe.

 

Tag 6

Fünfsee bei Malchow bis Bad Belzig

Als wir wach werden hat es gerade aufgehört heftig zu regnen. Außerdem müssen wir spätestens um 11 Uhr den Platz verlassen und so machen wir uns zügig auf den Weg. Wir gucken unterwegs den Plauer See an und die Müritz und einige kleine Orte mit vielen Fachwerkhäusern und dann wird’s so windig, dass alles außerhalb des Womos echt keinen Spaß mehr macht. Also fahren wir bis Bad Belzig und vernünftige feline Wesen die wir sind kuscheln wir uns zum Schlafen zusammen. Leider sind unsere Zweibeiner nicht so vernünftig und gehen in die Stein Therme. Hier gibt’s echte Bad Belziger Thermalsole, und da wollen sie drin schwimmen. Brr! Die beiden allerdings sind sehr begeistert und riechen ganz sauber und ein wenig salzig als sie wiederkommen. Es regnet noch immer und kalt ists auch. So sollte das Wetter im Urlaub echt nicht sein. Vor lauter Wolken und Gewitter haben wir noch nicht mal Internetempfang.

 

Tag 7

Bad Belzig über die Drachenhöhle bis zur Talsperre Pöhl

Der Tag fing echt gut an. Wir waren gerade wach und ich genoss die Aussicht vom Dach des Womos als eine fremde Katze auf die Frontscheibe sprang!! Der monochrome Zeitgenosse war recht groß, schlank und hatte einen buschigen Schwanz.Und als ich ihn erblickte saß er auf der Motorhaube MEINES Womos! Er versuchte zu mir aufs Dach zu kommen, aber das gelang ihm nicht. Über so viel Dreistigkeit war ich baff. Unsere Menschen ebenso. Aber da der Besucher so dünn war erklärte unsere Menschin ihn zum Gast und stellte ihm Futter und Milch hin. Da kam er auch schon angeschnurrt und futterte wie ein Weltmeister. Shasti und er beschnupperten sich etwas und dann futterte er weiter. Er blieb noch eine ganze Weile und interessierte sich sehr für uns. Und ich habe sehr deutlich klar gemacht das Mensch und Menschin meine sind und er sich jemand anderen zum füttern suchen soll. Meine Menschin sagt aber, er habe wen zum füttern, er sah nämlich total gepflegt aus. Als ob wir Kater uns nicht alleine pflegen könnten! Zum Glück hat er das dann aber auch eingesehen, dass ich meine Menschen nicht teilen will und sich vom Acker gemacht und wir sind dann auch abgefahren.

Nächster Stop war die Drachenhöhle in der Nähe von Plauen. Eine Tropfsteinhöhle die unsere Menschen unbedingt besichtigen mussten. Sie gingen also unter die Höhlenmenschen. Zum Glück haben sie beim Abendessen in Sachen Entwicklung zum Homo sapiens sapiens wieder Boden gut gemacht: Es gab Pute süß sauer (sehr lecker!) Natürlich im Womo. Denn auch hier an der Talsperre Pöhl ist es kalt und regnerisch.

Und nun noch ein Hinweis meinerseits: Es liegt nicht an mir das hier immer nur Plauen und Pöhl vorkommt! Die Leute hier nennen einfach alles gleich, ehrlich! Und dabei liegen die Insel Poel und die Talsperre Pöhl ewig weit auseinander, ebenso der Plauer See und Plauen.Sehr seltsam alles.

 

Tag 8

Talsperre Pöhl bis Plauen Thiergarten

Heute sind wir wieder bei Nieselregen wach geworden. Und kalt wars auch. Nach dem Frühstück und einem ausgiebigen Spaziergang auf dem Dach sind wir dann los. Shastis Mensch mit dem Radl und wir anderen standesgemäß mit dem Womo. Wir sind auf den Stellplatz Zum Burgteich 57 in Plauen Thiergarten gewechselt. Hier gibt’s Hochlandrinder und eine junge schwarze Katze mit weißen Söckchen. Wer mag uns besuchen kommen? Hier ist viel grün und jetzt auch Sonne. Ich habe eine große Packung Purina One!!

….

Sehr viel später:

Cooooooooooooool! Ich ... also gut .... wir hatten Besuch! Die Eltern von Jerry und die Mamas von Sissy, Moritz und Casper waren hier! Das ist ja so was von cool! (Zur Erklärung: Ich habe die Katzen und Kater online auf MyMiau kennengelernt und heute haben sich unsere Menschen das erste mal gesehen!) Das war so ein schöner Abend. Wir hatten etwas Sonne und viele super nette Leute. Schade nur das die Katzen die ich online kennengelernt habe nicht da waren. Aber gut, so haben Mensch und Menschin sich mit den Menschen meiner Freunde einen schönen Abend machen können.

 

Tag 9

Plauen Thiergarten

Die Sonne lacht, das Feld ruft. Ein wirklich toller Stellplatz hier. Mitten im Grünen. Ich bin dann Mal weg jagen.

Super hier, echt. Ich liebe ungemähtes Gras! Leider muss ich gen Mittag rein, weil unsere Menschen sich mit noch mehr anderen Menschen die Katzen bei MyMiau haben treffen wollen. Warum die sich treffen und nicht wir Katzen uns treffen verstehe ich nicht…. Wenigstens kommen mich noch mehr Katzenmamas besuchen und ich darf noch eine Runde übern Platz laufen. Dann gehen alle wieder und Unsere kommen erst ganz spät wieder und sind total begeistert von den netten Menschen und der super Party und der guten Stimmung und der tollen Planung und dem guten Essen und überhaupt von allem was ihnen an dem Tag so passiert ist.

 

Tag 10

Plauen nach Bochum

Puuuuh sind wir müde. Heute ist Urlaub und trotzdem klingelt der Wecker! Das Wetter ist super und der Platz immer noch genau so toll wie gestern und trotzdem fahren wir früh ab. Acht (8!) Stunden brauchen wir bis nach Hause! Wir haben jetzt insgesamt etwa 1300 km zurückgelegt. Zuhause ist alles gut. Mein Revier steht noch. Schade, dass der Urlaub schon vorbei ist.

 

Der Katerograf