London meine dritte Reise

Ein Kater in der Großstadt

oder

Plinius fährt nach London

Endlich ist es wieder soweit: Wir gehen auf Tour! Diesmal sind wir noch besser ausgerüstet als beim letzten Mal: Jetzt steht endlich auf dem Womo, dass ICH on Tour bin. Ich habe einen magnetischen Aufkleber bekommen, der auf meine Anwesenheit hinweißt. Ihr solltet ab jetzt jedes Womo mit weißem Alkoven absuchen, ob nicht vielleicht ein Hinweisschild dranhängt, das Euch sagt, dass ich mitfahre!

Diese Fahrt ist ein wenig anders als unsere bisherigen, denn wir fahren extra los, um eine Stadt anzugucken: London. Das ist die Hauptstadt von England, liegt auf einer Insel und ist sehr weit weg. Und damit wir Schnurrs diese grüne Insel betreten dürfen waren wir beim Tierarzt und haben ganz viel über uns ergehen lassen (Impfungen gegen Tollwut und ein Chip sind Pflicht!). Unter anderem mussten wir zwei bis fünf Tage vor Reiseantritt noch extra eine Tablette gegen Bandwürmer schlucken und das alles in unseren Internationalen Reisepässen vermerken mit Datum und uhrzeit und Unterschrift und Stempel vom Tierarzt! Sonst dürfen Vierbeiner nämlich nicht nach England reisen. Unsere Zweibeiner mußten nix schlucken, warum nicht?

 

Außerdem haben wir schon fleißig englisch gelernt:

Mau = Meow

Miau = Meeow

schnurren = pouring

Katzenfutter = catfood

Schinken = bacon

Würstchen = sausage

Thunfisch = tuna

Milch = milk

laktosefrei = milk sugar free

Filzball = needled felt ball

Baldrian = valerian

Kater = hangover, ach nee wartet: tomcat, male cat

gestiefelter Kater = Puss in Boots

Wo bitte ist der nächste Zooladen?

= Where is the nearest pet shop?

Ich hätte gerne etwas Sahne bitte!

= I´d like to have some cream please!

Könnten Sie mich bitte kraulen?

= Would you be so kind as to stroke my fur please?

 

Wir werden also viele Länder durchfahren und auf einer großen Fähre über den Kanal schippern. Ich kann es kaum erwarten!

 

Tag 1:

Bochum bis Calais

etwa 5 Stunden Fahrt

Es ist laut! Ich höre mindestens eine wirklich große Maschine auf vollen Touren arbeiten. Eine Sirene heult, um mich herum ist es dunkel und es schaukelt! Und ich bin so so so so müde!

Aber fangen wir vorne an! Endlich ist es wieder so weit: Wir fahren in den nächsten Urlaub. Unsere Menschen packen unser neues schickes Womo. Sie tragen Unmengen an Menschen- und Katzenfutter und Getränke und Anziehsachen und Körbe und Decken nach unten. Und als wir endlich starten wollen entdeckt unsere Ameisen! Im Vorratsschrank! Bei den von ihrer Mama selbst gekochten Marmeladen! Schnell räumt sie den ganzen Schrank und vorsichtshalber auch noch alle angrenzenden aus und saugt die Ameisen mit dem Staubsauger weg. Ich wusste schon immer das der Staubsauger ein Mordinstrument ist! Das macht sie zweimal, weil immer noch irgendwo Ameisen auftauchen, wir starten also mit Verspätung. Und dann fahren wir links aus dem Ruhrgebiet raus, durch die Niederlande, Belgien und Frankreich bis nach Calais. Völlig problemlos, ohne Stau. Im Womo haben wir schnell unsere Lieblingplätze gefunden und dürfen alle abwechselnd auf dem Schoss des Beifahrers liegen. In Calais suchen wir dann einen Stellplatz für die Nacht, und finden einen direkt im Hafen. Das ist ja so was von aufregend! Hier sieht man zeitgleich bis zu fünf riesige Schiffe ankommen und abfahren. Sie können ihr Hinterteil aufklappen, dann fahren Autos und Laster und Fahrräder und Womos und Menschen und Hunde hinein und dann klappt die Klappe zu und das Schiff fährt wieder ab. Und das wollen wir morgen auch machen! Obendrein sitzt im Nachbar Womo ein Hund und guckt immer zu mir rüber. Und ich gucke zurück. Das ist eine anstrengende Nacht, ich sags Euch, an Schlaf ist kaum zu denken. Es gibt so viel zu gucken und zurück zu gucken! Und jeder Mensch und jedes Tier hier kommt aus einem anderen Land, aber unsere Menschen können sich mit fast allen unterhalten. Auch mit denen, deren Sprache sie nicht sprechen, denn alle sind total nett und jeder gibt sich Mühe, sich mit dem anderen austauschen zu können. Eine super Stimmung. Warum kann das nicht auf der ganzen Welt so sein?

 

Tag 2:

Calais bis Dover

Schiffahrt: etwa zwei Stunden

Autofahrt: Zweimal etwa 15 Minuten

Am nächsten Morgen sind die Zweibeiner freiwillig echt früh auf. Und stellen fest, dass das Womo dabei ist, einen Platten zu bekommen. Ein Reifen verliert aus uns nicht erkennbaren Gründen Luft. Mist! Aber hier sind wir in Frankreich und es ist Sonntag und auch wenn alle sich sehr bemühen mit uns zu kommunizieren, sagen unsere Menschen, dass das über Details kommunizieren in England einfacher wird, obwohl da auch Sonntag ist, und so nehmen wir das nächste Schiff, um schnell dort hin zu kommen.Wir haben zwar für viel später erst die Überfahrt gebucht aber die Dame am Schalter sagt, dass sei kein Problem und wir dürfen auch sofort fahren. Und dann! Dann werden wir zum ersten Mal nach unseren Pässen gefragt! Ja wirklich! Briten sind tolle Menschen! Das sind die ersten bei denen wir voller Stolz unsere Pässe zeigen dürfen! Natürlich ist mit unseren Papieren alles in Ordnung. Die nette Dame am Schalter freut sich sehr über mein Passfoto und zeigt es lachend ihrer Kollegin bevor sie uns mitteilt, dass auch Katzen Fährgeld bezahlen müssen. Das ist ja was! Das Womo wiegt höchstens 4 Tonnen mit Gepäck, zwei Menschen (über deren Gewicht ich hier besser nix schreibe) und allem. Die zahlen alle zusammen 125 Euro für Hin- und Rückfahrt. Und pro Katzenpfote kommen noch mal 4.50 Euro dazu. Das macht pro Katzennase 18 Euro pro Strecke!!! Also zahlen Menschen und Womo pro Kilogramm Gewicht bei der Überfahrt drei Cent. Wir Vierbeiner zahlen sechs Euro pro Kilogramm. Obwohl wir eigentlich schon in den 4 Tonnen fürs Womo eingerechnet sind, sonst dürften wir ja gar nicht auf der Strasse fahren. Warum wir nicht auf Deck dürfen, obwohl wir Ausweise und eigene Boardingtickets haben, verstehe ich allerdings nicht.Also bleiben wir im Womo. Mit unserer Menschin, die wahnsinnige Sorge hat, dass sie Seekrank werden könnte. Im dunklen Frachtraum, über den Maschinen. Die Sirene des Nachbarautos heult bei jeder Bewegung des Schiffes und es schwankt! Und wenn wir mal ehrlich sind schlafen wir alle vier nach einer halben Stunde ein und es ist überraschend harmlos. Unsere Menschin ist tot müde von den Reiseübelkeitstabletten und wir sind Katzen, gegen Schlafen spricht also nichts.

In Dover angekommen finden wir jede Menge sehr nette Briten, die uns gerne weiterhelfen wollen mit unserem immer platter werdenden Reifen. Unter anderem einen Verkäufer in einem Autozubehörshop der uns zu der Werkstatt schickt, wo sein bester Freund arbeitet und von der er daher mit Sicherheit weiß, dass sie am Sonntag geöffnet haben. Und wirklich, sie haben geöffnet und sofort Zeit für uns. Dummerweise haben sie nur Autoreifen, keine Womoreifen! Tse! Eine andere Werkstatt in der Nähe hat natürlich nicht geöffnet, also pumpen sie nur unseren Reifen nochmal auf und wir entscheiden uns für eine Nacht in Dover zu bleiben und fahren zu dem nächstgelegenen Stellplatz (pitch). Das ist einer der schönsten Plätze, auf denen wir bisher waren. Ohne den üblichen Papierkram am Anfang aber dafür mit viel Platz und grün und Büschen und Hasen und Elstern. Wir parken und schon dürfen wir raus. Traumhaft hier. Die Sonne kommt raus und es gibt so viel zu sehen! Ich bin dann mal weg.

Zwei Stunden später:

ICH HABE EINE MAUS GEFANGEN!!! Eine richtig echte Maus! Und ich habe sie ganz stolz meinen Zweibeinern gezeigt! Ein großartiger Platz ist das hier, großartig!!

 

Tag 3:

Dover nach London

Fahrzeit: 2 Stunden

Wartezeit auf neuen Reifen 40 Minuten

Heute starten wir früh in den Tag. Wir fahren mir der letzten Luft im Reifen zu einem Reifenhändler. Die sehen uns kommen und winken uns direkt in die Werkstatt, bocken unser Womo auf und wechseln den Reifen. Alles kein Problem. Ich darf mich gründlich umgucken und 40 Minuten später sind wir auf dem Weg nach London. Autobahn und dann durch einen Vorort durch und dann an einem Park vorbei auf unseren nächsten Stellplatz. Hier ist alles geschottert und die Womos stehen dicht an dicht. Dafür ist der Platz auch doppelt so teuer wie der schöne Platz in Dover. Versteh einer die Menschen. Die sind total glücklich und dampfen direkt mit einem großen roten Doppeldeckerbus ab nach London City und bummeln durch ein schönes Viertel mit indischen Läden. Als sie zurück kommen bringen sie Abendessen mit. Frittiert und scharf gewürzt. Das riecht toll, und wir bekommen sogar was ab! Das Wetter ist großartig. Sonnig und mild, ein wenig Wind. Gegenüber wohnt ein kleiner Hund, den kann ich prima ärgern, er darf nämlich nicht raus. Und ich kann vor dem Fenster an dem er sitzt auf und ab patrouillieren. Das ist lustig. Den Hund ärgerts furchtbar und die Menschen lachen sich kringelig.

 

Tag 4:

London

Sehr viel Fahrzeit ohne Fortkommen

Ich habe heute morgen beim Aufstehen und gründlich strecken entdeckt, wo die Hupe ist. Das ist lustig: Ich drücke aufs Lenkrad und alle gucken! Hab ich ein paar Mal ausprobiert. War sehr unterhaltsam. Weniger unterhaltsam ist, das unser Reifen wieder Luft verliert. Also suchen wir eine Filiale der Werkstatt, bei der wir schon in Dover waren und fahren da hin. Die sind genauso nett und hilfsbereit wie die in Dover und gucken sich den Reifen an. Leider stellen die fest, dass nicht nur das schwarze Äußere vom Reifen keine Luft mehr hat, sondern dass das silberne Innenleben unseres Reifens kaputt ist. Da wir nur bei einem kleinen Reifenhändler, nicht aber bei einem Radhändler sind, können die uns da nicht weiterhelfen. Geben uns aber mehr Luft auf den Reifen und die Adresse von Fiat. Wir fahren da hin und die sagen, es dauere aber drei Tage das zu bestellen, außer wir kaufen unseren Reifen wo anders, Großhändler nenne sie das. Also fahren wir da auch noch hin und bestellen einen Reifen. Unterwegs pumpen wir immer mal wieder Luft in den Reifen. Da London sehr groß und voll ist, ist der Tag jetzt eigentlich schon um. Also fahren wir alle fünf mit dem Womo noch in die Innenstadt und parken da direkt an der O2 Arena. Auf dem Weg dahin sitze ich bei der Menschin auf dem Beifahrersitz auf dem Schoß und weil so viele Autos und Motorräder unterwegs sind, die alle nur sehr langsam fahren kann ich mir viele Menschen und ihre Gefährte angucken. Und ganz viele gucken zurück und müssen lachen wenn sie erst mein Schild und dann mich sehen. Unsere Menschen schauen sich an diesem Abend Monty Python Live an. Und wir genießen einen ziemlich spektakulären Blick auf die Skyline des Londoner Bankenviertels vom Parkplatz aus. Als die Menschen wiederkommen, ist ihre Stimmung viel besser als tagsüber.Sie sind beide so was von begeistert von der Show, dass es ihnen viel weniger ausmacht als tagsüber als wir wieder mal an einer Tanke anhalten um den Reifen nach zu pumpen. Wir kommen sehr spät wieder auf dem Stellplatz an und drehen noch eine Runde in einer himmlisch klaren, lauen Sommernacht. Ich liebe diesen Stellplatz! Hier ist so viel zu riechen und vor mir hat noch kein anderes felines Wesen seinen oder ihren Anspruch an diesem Platz geltend gemacht. Außerdem gibt es hier Füchse. Und so irre kleine englische Eichhörnchen, die kann man vom Boden aus in ihrem Baum böse angucken und dann keckern die zurück wie wild. Außerdem sind Briten so was von katerlieb! Unsere Nachbarn grillen und laden mich auf ein Stück Sausage ein! Für die irischen Kinder des Womos neben uns Model ich ein wenig für ihre Urlaubsfotos mit ihren schicken neuen Kameras. Die Mutter dieser Kinder spricht akzentfreies deutsch, sie unterrichtet in einer Schule. Nur nette Leute hier.

 

Tag 5:

London

Und wir fahren immer im Kreis

Wir stehen früh auf und ratet mal was wir machen? Richtig!! Wir pumpen unseren Reifen auf! Diesmal machen wir das allerdings mit einem eigenen Gerät. Das hat unser Mensch mittlerweile gekauft, damit wir nicht erst an Tankstellen Luft nachfüllen können.Wir fahren da hin wo wir gestern das silberne Innenleben für unseren Reifen bestellt haben und damit dann zu den netten Menschen mit der Werkstatt (Sie sind so hilfreich und freundlich, dass sie sich hier eine namentliche Erwähnung verdient haben: Watling Tyres, 40 Rushey Green, London SE 64JD).Ruck zuck haben die wieder unseren Reifen ab und wuseln damit rum. Und dann, dann, dann kommt das unglaubliche: Das verd...sch..Teil passt nicht! Die haben uns das falsche silberne Ding verkauft! Dafür sind wir weit gefahren und haben viel bezahlt und dann ist es das Falsche!! Unsere Menschin dampft aus den Ohren! Und faltet den Typen am Telefon auf Briefmarkengröße zusammen.Gerade als die dabei ist ihn an zu lecken und dahin zu schicken wo der Pfeffer wächst, muss der Typ einräumen, dass dieses runde Ding das wir brauchen in England gar nicht zu bekommen ist. Also so im August, da könnte er das liefern. Prima, der Stellplatz hier gefällt mir ausgenommen gut! Aber da meinen die Zweibeiner dann das ginge wohl nicht. Nach einigem hin und her und noch mehr anrufen, entscheiden wir dann, das Rad reparieren zu lassen. Aber auch da müssen wir erst mal hin. Da haben unsere Zweibeiner einen ganzen Stapel an Versicherungen abgeschlossen und keine von denen kann jetzt helfen! (Die schlagen vor einen Reifen aus Deutschland zu schicken, aber das dauert so lange.) Ein Glück können unsere Menschen sich hier gut verständigen. Die Rechnung dürfen sie dann später bei der Versicherung einreichen, das hilft jetzt im Moment echt total!

Unsere Menschin dampft jetzt nicht mehr aus den Ohren, sie wackelt mit selbigen und knurrt. Unser Mensch macht daraufhin einen sehr schlauen Schachzug: Wir fahren einen riesigen Supermarkt an. Der ist so groß, dass er sich schon Hypermarkt nennt und damit mindestens doppelt so groß wie der größte Supermarkt bei uns Zuhause. Hier lässt unser Mensch unsere Menschin frei und sie darf in der Backwarenabteilung einkaufen. Als sie wieder kommt ist sie wirklich viel besser gelaunt und erzählt von Icing in pink (muss was mit Muffins zu tun haben) und goldenem Kuchenspray. Sie hat sogar an uns gedacht und wir bekommen englische Leckerlies. Nicht schlecht.

Dann fahren wir auf den Campinplatz zurück. Der Tag ist fast um. London ist einfach riesig und die Fahrtstrecken lang und voll. Und außerdem gibt es hier keine Autobahnen in der Stadt, denn die Stadt besteht aus vielen ehemals kleinen, mittlerweile zusammengewachsenen Städten, da passt keine Autobahn mehr rein.

Der Stellplatz ist immer noch super. Wir verbringen hier einen ruhigen Abend mit mehr Eichhörnchen und indischem Essen. (Der Käse ist ganz weich und cremig, die Soße scharf.)

 

Tag 6:

London über Gillingham und Canterbury bis Folkstone

Fahrzeit insgesamt: Erträglich

Wir starten den Tag wieder mal mit Luft in den Reifen pumpen. Dann fahren wir zu den unfähigen Reifen-Bestellern und tauschen den Reifen um. Und dann haben wir von dem netten Mechaniker gestern einen super Tip bekommen: Reifen reparieren lassen! Gute Idee. Er hat für uns sogar schon bei einer Werkstatt angerufen die das machen und uns angemeldet! Da fahren wir jetzt hin, nach Gillingham (Ebenfalls sehr nette Menschen, daher hier eine namentliche Erwähnung auch für diese Mechaniker: Lepsons, Railwaystreet, Gillingham, Kent, ME 71YQ). Das ist nicht mehr in London sondern in Kent. Und was soll ich Euch sagen? Total nette und hilfsbereite Menschen machen mal wieder den Reifen vom Womo los, gucken ihn sich an und sagen dann: Kein Problem, das reparieren wir ihnen!!!JA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und das alles ohne Wartezeit und völlig problemlos. Nach einer knappen Stunden sind wir wieder unterwegs. Und das mit einem heilen Reifen! Wir fahren nach Canterbury und finden dort einen genialen Stellplatz an einem kleinen Fluss (gut: auf einem Supermarktparkplatz, aber den Fluss gibt’s trotzdem) von dem aus unsere Menschen in weniger als 10 Minuten bis zur Cathedral of Canterbury laufen können. Sie bummeln etwas durch die Innenstadt und kommen mit einer großen Tüte voll Bücher und Backformen wieder. Außerdem haben sie Fish n Chips gegessen und bringen uns auch ein schönes großes Stück Fisch mit! Lecker! Lecker! Lecker! Ich gucke mich auf dem Platz noch etwas um und genieße die dichten Büsche (Shrubbery!!!!!). Dann fahren wir aber doch weiter und landen in Folkstone. Der Weg dorthin ist wunderschön. Wir fahren ewig lange durch eine echte Allee. Die riesigen Bäume am Straßenrand treffen sich in der Mitte und bilden ein richtiges Blätterdach. Auf einem Stellplatz mitten in den Kreidefelsen endet unser Tag. Auf halber Höhe zwischen dem Wasser und dem oberen Ende der Felsen. Hinter unserem Womo ragen die weißen Felsen hoch. Super Blick! Hier gibt es eingeborene Katzen. Wir lernen uns kurz kennen und werden geduldet. Die Nachbarn kommen auch aus Deutschland und haben ihre Katzen zuhause gelassen. Das sind sehr nette Menschen, die den ganzen Abend mit unseren quatschen. Vielleicht nehmen sie sich ja ein Beispiel an uns und ihre Schnurrs dürfen bald auch mal in den Urlaub fahren. Hinter uns liegt ein großartiger Sommertag. Am Abend frischt es etwas auf und vom Meer kommt eine salzige Brise zu uns nach oben geweht.

 

Tag 7

Folkstone über Dover und Calais nach Hause

Als wir wach werden sind um uns rum alle anderen Camper schon am Wuseln.Es ist sonnig und schon sehr warm. Das motiviert unsere Zweibeiner, noch schnell zum Strand zu sprinten und ein Bad im Ärmelkanal zu nehmen. Sie kommen ganz kalt, sandig, nass und salzig aber sehr zufrieden wieder und wir fahren zum Schiff. Dort sagt man uns, dass wir leider für später gebucht haben und das wir jetzt noch nicht fahren können. Daher drehen wir nochmal um und parken gemütlich auf einem Aussichtspunkt über den Klippen und gucken etwas aufs Meer. Es ist sonnig und warm und über dem Wasser liegt Nebel, so wie es sich für England gehört. Schade, dass wir schon auf dem Heimweg sind.

Wir genießen die letzten Urlaubsmomente und fahren dann zurück zum Hafen.

Wirklich schade, dass wir schon wieder nach Hause müssen. Aber unsere Zweibeiner planen schon den nächsten Trip. Ich kanns kaum erwarten!

In diesem Urlaub haben wir gelernt:

1.) Egal wie viele Versicherungen man abgeschlossen hat, das hilft alles nix wenn man vor Ort das Ersatzteil nicht kaufen kann.

2.) Im Linksverkehr auf dem Beifahrersitz sitzen macht noch viel mehr Spaß als im Rechtsverkehr.

3.) Wenn in einem Wohnmobil das Toilettenpapier komplett abgerollt ist, lag es bestimmt an der unebenden Strasse und nicht am Kater.

 

 

 

Der Katerograf