Bad Rappenau

Bad Rappenau

oder

Ein Kater in Kur

Wir sind gerade aus Schottland zurückgekommen. Das war anstrengend! So viel gucken und staunen und fahren und essen und schnurren. Wir sind ganz groggy von diesen Anstrengungen und daher beschließen meine Golden Girls und ich in Kur zu fahren. Wir begleiten also unseren Menschen, der seinerseits beschlossen hat den Menschen die in Kur fahren mit seinem Holzhammer zur Seite zu stehen. Also fahren wir gemeinsam nach Bad Rappenau.

 

Tag 1:

Wir kommen gen Mittag in Bad Rappenau an. Der Ort ist klein und einladend. Wir finden einen Stellplatz direkt an der Saline. Da müssen wir jetzt jeden Tag rumlaufen, dass soll Erkältungen vorbeugen. Was tut Katz nicht alles für ihre Gesundheit. Aber die Menschin triffts noch schlimmer: Sie will regelmäßig in Sole schwimmen! Mal sehen wie uns eine Kur so gefällt.

 

Tag 2:

Unglaublich! Wir sind zum erholen hier und was macht die Menschin? Sie packt den Staubsauger aus und startet ein Groß-Reinemachen. Unfassbar, wie soll man sich erholen wenn man ihr bei der Arbeit zuguckt? Und dann gibt’s auch noch ein vegetarisches Abendessen bei den Zweibeinern. Ich habe mir Kur anders vorgestellt, mehr Luxus und Sonne und Entspannung und so was. Und außerdem habe ich festgestellt, dass die Saline zwar sehr nah ist, aber mich trennt eine Strasse von ihr. Und Autos sind mir nicht so ganz geheuer. Ob tief durchatmen mit etwa 100 Katerschritt Entfernung zur Saline auch noch ausreicht, damit ich Erkältungen vorbeuge? Und was ist mit dem Regen? Ist das Kurregen und ist er damit gut für mein Fell? Oder soll ich besser ein Dampfbad in der Therme ausprobieren?

 

Tag 3:

Heute wird’s besser mit der Erholung. Gegenüber parkt ein neues Womo mit netten Leuten die sich mit mir unterhalten. Außerdem kommt ein wenig Wind auf und ich kann die Saline riechen, das ist bestimmt sehr gesund und ich setzte mich vors Womo und atme tief durch. Und dann gibt’s Hühnerfrikasse aus Biohuhn zu Mittag. Für uns natürlich in der erbsenfreien Variante. So habe ich mir Kur vorgestellt. Jetzt suche ich noch wen für eine Pfotenmassage.......

drei Stunden später: Die Menschin hat mir die Füsse massiert. Sehr erholsam. Das hat neue Energien geweckt und ich entscheide mich dafür, ein Taxi zu der Saline zu nehmen: Ich lasse mich von der Menschin rübertragen. Überraschenderweise ist die Saline langweilig und recht geruchsarm. Dafür macht sie komische Wassergeräusche. Das ist mir nicht geheuer und ich mache mich vom Acker. Dummerweise nehme ich kein Taxi für den Rückweg sondern renne einfach los und entgehe nur um Millimeter einem Zusammenprall mit einem Motormonster auf Rädern. Da geht sie hin meine Entspannung, so was sollte in der Kur verboten werden. Wer hat eigentlich behauptet, dass Salinen gesund sind?

 

Tag 4:

Ich habe meinen Schock von meinem Fast-Unfall überwunden und halte mich von der kleinen Strasse fern. Heute liegt mal wieder Regen in der Luft und so muss ich mein Kur-Revier am Vormittag in Blitzgeschwindigkeit sichern: Zwei neue Womos, ein Womo von gestern weg. Keine Hunde, kein Mensch isst draußen. Kurz: Nix los hier.

 

Tag 5:

Ich habe gestern den mittäglichen Kurschlaf eingeführt. Und heute habe ich ihn perfektioniert: Auf dem Fahrersitz und Beine an der Lehne anlehnen. Heute scheint zwar nicht die Sonne aber wenigstens regnet es nicht, obwohl es immer so aussieht als ob es gleich damit anfangen würde. Nach meinem Mittagsschlaf parken zwei neue Womos hinter uns ein. Sie gehören zusammen und behaupten aus der Nähe von Bielefeld zu kommen. Sehr suspekt, solche angeblichen Bielefelder (Anmerkung des Redaktionskaters: Ich beziehe mich hier auf die Bielefeldverschwörung.). Außerdem haben sie noch einen Hund dabei, aber der ist harmlos, den strafe ich mit Nichtachtung. Viel interessanter ist, dass in dem anderen Womo auch ein Kater ist! Aber der will angeblich nicht raus. Ob er das auch so sieht kann ich nicht eruieren, denn er darf ja nicht raus. Das ist natürlich kuren unter erschwerten Umständen. Ob seine Menschen ihm die Saline ins Womo holen? Das wäre ja praktisch. Und warum machen meine Menschen das nicht? So groß sieht dieses Salzwasserverdunstungsdings von hier doch gar nicht aus. Zum Abendessen gibt es Griespudding aus laktosefreier Milch mit einem Hauch Whisky drinn. Ja,so ist es genau richtig, das ist Kur!

 

Tag 6 bis Tag 8:

Bad Rappenau bis Bochum und Bochum bis Bad Rappenau

Ich dachte ja, Kur sei etwas längeres, entspannendes. Aber die Menschen wollen heute nach Hause fahren und Sonntag Abend kommen wir dann zurück. Das ist nicht Kur, das sind viele Fahrstunden. Die Menschen erledigen zuhause ihre Wäsche und so was und ich bringe mein heimisches Revier wieder auf Vordermann, nicht das sich hier noch ein fremder Kater einnistet während ich in Kur bin. Freya bringt ihren Protest gegen die Kurunterbrechung sehr gut zum Ausdruck: Anstatt Abends heim in die Wohnung zu kommen setzt sie sich vors Womo und will dort übernachten. Die Menschen sehen das Problem auch ein und am Sonntag fahren wir zurück in Kur. Endlich!

 

Tag 9:

Wir wachen bei strahlendem Sonnenschein auf und können es gar nicht erwarten weiter zu kuren. Aber erst machen wir einen Großeinkauf. Das ist das tolle am Womo, wir sind überall dabei, auch beim Einkaufen. Wir parken vor einem riesen Tierfutterladen und unsere Menschin schleppt sehr große Mengen Katzenfutter und Katzenwasser und Leckerchen zum Womo. Dann macht sie das gleich nochmal bei einem Menschenfutterladen. Von hier hätte sie uns Laktosefreie Milch mitbringen sollen, und sie ergattert die letzte Packung! Puh, da sind wir Großstadtkatzen ja anderes gewöhnt!

Heute werden die Menschen auch wieder vernünftig, sie wollen das gute Wetter ausnutzen und grillen. So gehört sich das, frische Bratwurst vom Grill! Sooooooo sollte Kater leben!

 

Tag 10:

Sonne! Ist das schön! Ich kurve den ganzen Tag durch die Gegend und lerne lauter nette Nachbarn kennen. Das eine Womo riecht nach Katze, leider ist die feline Besitzerin im Moment Daheim, und der Mensch erzählt mir, seine Katze war dieses Jahr schon am Gardasee. Schade, dass sie jetzt nicht hier ist. Aber es ist wirklich sehr nett von ihr, dass sie ihrem Menschen das Womo ausgeliehen hat. Gegenüber ziehen zwei braune Hunde ein. Die sind den ganzen Tag vor dem Womo an der Leine. Hihihi, die Armen. Außerdem sind sie den Großteil des Tages mit bellen beschäftigt. Aber das ist echt nicht meine Schuld! Sie bellen nämlich auch während ich meinen Kurschlaf halte.

Ich bin dazu übergegangen die Saline jeden Tag 2 mal 20 Minuten intensiv anzustarren. Ich denke das stärkt meine Abwehrkräfte und ist gut fürs Immunsystem. Die Saline zu besuchen hat sich ja als gefährlich und feucht erwiesen. Mit meinem neuen Plan gehe ich also beim kuren auf Nummer sicher.

 

Tag 11:

Langsam setzt bei uns allen die Kurentspannung ein. Die Sonne scheint zwar noch, aber der Tag heute fühlt sich nach Herbst an. Ein wunderbar sonniger Herbst, aber Herbst. Wir Schnurrs lassen es langsam angehen und besetzen alle zur Verfügung stehenden Außensitzplätze. Das stört die Menschin aber gar nicht, sie kocht heute total aufwändig und da braucht sie keinen Sitzplatz. Als sie fertig ist mit kochen (vegetarisch!!!!!!!!) fängt sie an das gesamte Womo zu putzen und flucht wie ein Rohrspatz über den Gasherd. Er sei doof und dämlich und jetzt vor allem dreckig und schwer bis unmöglich zu reinigen. Liebe Leser, wenn Sie oder Ihr einen Tipp für meine Lieblingsmenschin habt, wie sie den unmöglichen Gasherd stressfrei sauber machen kann, dann meldet Euch bitte (plinius@bokult.de), ich werde die Lösungsvorschläge sofort weiterleiten. Und bitte schreibt nicht, sie möge einfach die Abdeckung schließen, dann sieht man den Dreck nicht mehr. Das habe ich ihr auch schon gesagt, aber sie behauptet das pure Wissen um den Dreck unter der Abdeckplatte störe schon genug und daher putzte sie weiter.

Das schöne Wetter und die Tiefen-Entspannung haben mir Zeit zum Nachdenken gegeben. Zum Beispiel über unseren Elektrogrill. Den hatten wir gestern an. Er läuft mit Strom und hier auf dem Stellplatz kommt Strom nicht aus der Steckdose, sondern erst mal aus so einer Säule. In die Säule werfen Menschen ein 1 Euro Stück ein und dann dürfen sie 1000kW Strom benutzen. Klingt viel, gell? Ist es aber nicht. Gestern zum Beispiel gabs zu Abend Spieße und Zuchini vom Grill mit Krautschupfnudeln aus der Pfanne. Dafür packte die Menschin den Grill und eine kleine elektrische Herdplatte an die Steckdose und warf Geld ein. Und dann gabs Abendessen. Das zubereiten hat etwa 15 Minuten gedauert, und schon waren 700 kW weg! Da denkt man daheim gar nicht drüber nach! Unser Womo hat zum Glück ein Solarpanell auf dem Dach und überall nur Energiesparlampen aber trotzdem. Verbrauchen wir alle immer so viel Strom? Und kann man da nicht was machen??

Mit dem Wasserverbrauch ist es ähnlich. Im Womo haben wir einen riiiiiiiiiiiesen Wassertank, und das Wasser daraus benutzen wir nur zum Duschen und Spülen und ein wenig auch fürs Chemieklo. Trinken soll man das nämlich nicht. Und im Moment duschen die Menschen nicht, sie gehen hier in die Therme, und trotzdem haben wir seid Montag einen halben Wassertank verbraucht. Wozu? (Jajajaja, zum säubern des Gasherdes, ich weiß!! Aber das sollte hier eine mehr vergeistigte Frage sein, im Sinne von: Wasserverschwendung schadet unserem Planeten!).

Rechnen wir mal vorsichtig nach, wie viel Wasser ein Mensch verschwendet. Zum Vergleich: Wir Katzen trinken etwa 250 ml Milch am Tag. Laktosefrei, versteht sich. Waschen tun wir uns richtig, und nicht mit Wasser. Wechselfelle zum Waschen haben wir nicht, und unsere Schälchen spülen wir auch nicht. Wir verbrauchen also gar kein Wasser. Tiger hingegen trinken Wasser. Oder Elefanten, oder Zebras oder Pandas. Und keines dieser Tiere verschwendet Wasser an Waschmaschinen oder Wcs. (Ältere Spülkästen können 10-16 Liter pro Spülvorgang verbrauchen, neuere mit Spartaste kommen auf 6-8 Liter für das große Geschäft und 3-5 Liter für das Kleine!! Also ich trinke am Tag etwa 250 ml.....grübel.....würde ich Wasser trinken würde ich mit einer Klospülung etwa 40 Tage (!!!!!!!!!!!) auskommen!!). Irgendwie müssen wir da was verbessern, nicht wahr? Ich arbeite dran. Ich werde heute die Teller vom Abendessen alle sauber lecken (vegetarisch, jaja, aber mit Sahnesoße!), das spart Spülwasser. Und dann bringe ich der Menschin bei, wie sie sich richtig wäscht. Das spart sehr viel Duschwasser und Seife. Aber das mache ich nach dem Mittagsschlaf. Ich muss ja auch an meine Kurerholung denken!

Nach dem Mittagsschlaf gehe ich raus und fange mir eine Maus. Da der Mensch nicht da ist kann ich lange und ausführlich mit ihr spielen.

Leider bin ich dann nicht schnell genug um mein Versprechen einzulösen und die Teller vom Abendessen abzuschlecken, also gehen Freya und ich noch eine Runde raus. Und dabei fängt Freya sich eine Maus! Freya, mein Golden Girl, fängt sich eine Maus! Vor über drei Jahren haben unsere Menschen die Mädels aus dem Tierheim geholt und da hat man ihnen gesagt: „Die sind alt und wollen nicht raus.- Die bewegen sich ja kaum noch!“ Und heute fängt Freya eine Maus! Na, da sollten die Menschen im Tierheim aber noch mal über ihr Urteil nachdenken, was? Und all die Menschen, die an alten Katzen im Tierheim einfach vorbei gehen, weil die angeblich nicht so fit sind!

Freya fängt sich also eine dicke Maus und schleppt sie postwendend im Maul zu unserer Menschin. Die freut sich auch wirklich und lobt Freya und fragt dann: „Wo hast Du die denn her?“ und da macht Freya den Mund auf und mauzt die Antwort auf die Frage ihrer Menschin und die Maus nutzt die Gelegenheit und macht sich vom Acker. Wäre die Menschin ein bissle schneller gewesen hätte sie die Maus noch gekriegt, immerhin hat Freya ja die ganze Vorarbeit geleistet!

 

Guten Tag verehrte Leserin und verehrter Leser. Unter gegebenen Umständen sehe ich mich genötigt, mich auch einmal zu Wort zu melden: Hier schreibt Freya. Ich verfolge sehr genau, was unser Kleiner hier so von sich gibt, und bisher macht er das ja auch ganz prima, aber seine Behauptungen bezüglich seines Milchkonsums kann ich so nicht stehen lassen. Plinius trinkt höchstens 200 ml am Tag, er trinkt nämlich tendenziell eher zu wenig. Daher mischt die Menschin ihm etwas Milch unter das Wasser, dann trinkt er es lieber. Er trinkt also etwa 50ml laktosefreie, fettreduzierte Milch am Tag und 150ml Wasser. Aber das sind die kleinen Tricks der Frauen. Männer bekommen so etwas selten mit, und so kleine Männer wie unser Plinius schon erst recht nicht. Ich wollte es hier nur erwähnt wissen, nicht das dort draußen die Tierschüzer auf die Barrikaden gehen!

 

Anmerkung zur Anmerkung: Ph! Ich hab das wohl gewusst! Ich wollte nur nicht, dass ihr wisst, dass ich es weiß!

 

Tag 12:

Es regnet. So richtig. Unsere Menschin geht mit Schirm in die Sole schwimmen. Das soll einer verstehen: Sie will auf dem Weg nicht nass werden, aber vor Ort springt sie in ein riesiges Wasserbecken. Dann geht sie noch zum Metzger und bringt Suppenhuhn mit. Das gibt’s zu Mittag bei uns und zu Abend bei den Zweibeinern. Das ist gut, wir haben sie wirklich prima erzogen.

Gen Abend hört es auch wieder auf zu regnen und wir gehen alle etwas raus. Unser Mensch packt seine Posaune aus und wir können bei Livemusik den Sonnenuntergang angucken.

 

Tag 13:

Es regnet. Und regnet. Und regnet.Und regnet.Und regnet.Und regnet.Muss ich mehr sagen?

Und weil wir keine Lust haben hier stehenzubleiben und den Regentropfen beim Fallen zuzusehen, entscheiden wir uns für ein Wochenende mit Fahrt im Womo. Und da wir in einem bekannten Weinbaugebiet sind, und hier gerade Weinerntezeit ist, entscheiden die Menschen sich, an den hiesigen Bräuchen teilzunehmen. Wir fahren also zu einer Besenwirtschaft. Das ist eine Gastwirtschaft, die nur kurz auf hat und dann auch nur, um einige Spezialitäten und frischen Wein anzubieten. Und um allen zu sagen, dass sie geöffnet haben, stellen sie einen Reisigbesen vor die Tür. Früher war das ein geheimes Zeichen, um vor der Obrigkeit zu verheimlichen, dass man mit Schank und Schmaus Geld verdient. Heute ist es Tradition und wird zusätzlich im Internet veröffentlicht, damit nicht nur die Leute, die am Besen vorbeilaufen Bescheid wissen, sondern auch solche wie unsere Menschen, die extra angefahren kommen. Wir fahren also nach Brackenheim zur Familie Winkler. Die haben ein Weingut und dieses Wochenende Besenwirtschaft. Und weil das total nette Menschen sind, haben sie nicht nur einen Besen vor dem Haus, sondern auch einen Wohnmobilstellplatz hinter dem Haus und da parken wir ein. Die Menschen gehen in die kleine Schankstube und essen lecker und trinken Wein. Und dann kaufen sie auch noch ganz viel Wein und verstauen ihn im Kofferraum. Zum Glück haben sie wesentliche Teile des Whiskys zuhause gelassen, sonst würde der Wein nicht mehr zeitgleich mit mir in den Kofferraum passen. Und ich mach doch da so gerne meinen Mittagsschlaf.

 

Tag 14:

Wir werden wach und ums uns rum wuseln die netten Menschen und kümmern sich um ihren Wein und die Flaschen und die Körbe zum Weintraubensammeln. Ich gucke mir alles genau an und bin jetzt total auf dem Laufenden was Weinbaugerätschaften angeht! (und weil die hier alle total nett sind und der Wein super lecker, hier eine namentliche Erwähnung: Weingut Winkler, Stockheimerstr. 13 in 74336 Brackenheim.)

Und da es heute regnet planen die Menschen ein Menschenprogramm Untertage: Wir fahren nach Bad Fiedrichshall und sie gucken sich ein Salzbergwerk an. Riesige Hallen 180 Meter tief unter der Erde. Da ist es egal obs regnet oder nicht. Außerdem scheints den Menschen gefallen zu haben so wie sie erzählen. Da es immer noch regnet als die Zweibeiner wieder Übertage sind wollen sie nun irgendwo einkehren. Das Internet verrät ihnen noch eine Besenwirtschaft und da fahren wir dann hin. Hier dürfen wir sogar im Hof parken und bekommen Strom aus der Kelterstube gereicht, und Wasser gibt’s auch. Echt super hier. Der Chefwinzer persönlich macht mit den Menschen eine Führung durch sein Reich und erklärt genau wie Wein gemacht wird und wo die Unterschiede liegen. Und dann dürfen unsere Zweibeiner ganz viel Wein probieren und kommen restlos begeistert aus der Besenwirtschaft wieder. Nicht nur ist die Besenwirtschaft hier in einer Galerie, auch schmecken hier die Weine ganz hervorragend, weil der Winzer selber sagt, er möge die ganz trockenen und sauren Weine nicht, erzählen sie. Unser Kofferraum füllt sich weiter und wir drei feline Wesen lernen den Chef des Hauses kennen: Maxe, einen hellrot getigerten Kater und seine pechschwarze Mutter. Freya stürmt in ihrer unnachahmlichen Begeisterung auf Maxe zu und will ihm die Ohren putzen, doch er sieht sein Reich gefährdet und verteidigt das Weinlager mit einem Puckel. Recht hat er. Woher hätte er auch wissen sollen, das Freya nur zwanghaft seine Ohren putzen wollte? Ich mache eine große Runde und lande selbst (völlig zufällig und bloß aus Versehen) in der Besenwirtschaft. Hier sitzen Menschen und essen und trinken und lachen und haben eine gute Zeit am Kamin. Sehr einladend hier, sehr einladen. Hunde sind willkommen, Katzen ebenso, so gehört die Welt! Maxens Mutter sitze auf der Kaminbank und genießt Streicheleinheiten von allen Gästen. Und weil wir alle fünf eine großartige Zeit hatten und allen meinen Leserinnen und Lesern nur empfehlen können hier einmal Halt zu machen und die netten Katzen und Menschen kennenzulernen, hier eine namentliche Erwähnung: Maxe Hockenberger, Sinsheimerstr.47 in 75031 Eppingen Elsenz!

 

Tag 15:

An diesem Morgen regnet es nicht! Wir fahren nach Eppingen und die Menschen gucken sich die historische Altstadt an. Dann fahren wir nach Sternenfels, denn dort gibt’s einen Markt mit Musik und Kuchen. Die Menschen kaufen lauter Sachen ein, aber alles nur Grünzeug. Wollen die etwa die nächste Woche vegetarisch essen? Sie erzählen Iritierendes wie: Die Äpfel haben gestern noch am Baum gehangen! Tse! Ich habe gestern auch noch an einem Baum gehangen, aber mir hat keiner da runter geholfen, ich musste da selber wieder runter klettern. Wenn ich mich das nächste Mal pflücken lasse, bekomme ich dann auch etwas Geld dafür? Oder muss ich dann auch auf einem Markt verkauft werden? Das fänd ich dann nicht so prickelnd.

Zum Ausklang des Tages fahren wir dann zurück nach Bad Rappenau auf den Stellplatz und genießen noch ein wenig die Sonne. Die kleine getigerte Katze mit dem weißen Bauch kommt uns wieder besuchen. Mal sehen ob die mit mir Mäuse jagen gehen will.

 

Tag 16:

Es ist Montag! Muss ich mehr sagen?

 

Tag 17:

In dieser wunderbaren Blumenwiese vor unserem Womo lebt eine Mäusegroßfamilie. Noch!

 

Tag 18:

Heute wurden wir unsanft geweckt. Wir haben alle noch im Alkoven geschlummert, als es plötzlich einen Ruck tat, als wolle das Womo ohne uns irgendwo hin. Wir sind also alle zum Fenster gestürzt und da stand ein Mann mit seinem Aufsitzrasenmäher auf der schönen Wiese vor der Tür und der war mit Schmackes über unser Stromkabel gefahren. Das Kabel hats erst aus der Steckdose am Womo gerissen und dann wurde es in tausende Einzelteile zerfetzt. Kein schönes Ende für eine neue 40 Meter Kabeltrommel. Aber der Mann war nett, er hat uns eine Ersaztkabeltrommel bis Freitag vorbeigebracht. Und am Freitag darf unser Mensch dann im Baumarkt eine neue kaufen. Er geht gerne in den Baumarkt, das wird ihn bestimmt freuen.

Heute scheint die Sonne. So früh am Morgen liegt noch Reif auf der Wiese, aber es verspricht ein traumhafter Herbsttag zu werden. Zum Glück ist der Mann mit dem Aufsitzrasenmäher weg und hat auch vor lauter Schreck über unser Stromkabel gefahren zu sein vergessen, die Wiese vor dem Womo zu mähen. Um diese Wiese werde ich mich jetzt mal kümmern. Ich hab zwar gestern einige Mäuse erlegt, aber da sollten doch noch mehr sein!

 

Tag 19:

Man, ist so ein Kurleben anstrengend:

Ich fange eine Maus, bringe sie ins Womo, schenke sie meiner Menschin, und gucke zu wie sie damit spielt. Sie hat eine sehr eigenartige Art mit Mäusen zu spielen. Sie schubst sie mit einer Zeitung oder ähnlichem so lange in der Gegend rum bis sie aus dem Womo fliegt. Wahrscheinlich muss sie noch üben. Also: Fange ich eine Maus, bringe sie ins Womo und schenke sie der Menschin. Die spielt etwas ungeschickt, und die Maus fliegt aus dem Womo. Also: Fange ich eine Maus, bringe sie ins Womo und schenke sie der Menschin. Die spielt etwas ungeschickt, und die Maus fliegt aus dem Womo......Also: Fange ich eine Maus, bringe sie ins Womo und schenke sie der Menschin. Die spielt etwas ungeschickt, und die Maus fliegt aus dem Womo.......

Ich bin ganz groggy!

 

Tag 20:

Heute fängt das Wochenende an. Hier wird ein großes Event vorbereitet. Die ganze Stadt wuselt. Und wir warten auf den netten Bad Rappenauer der noch das Kabel abholen will ehe wir ins Wochenende starten.....

Und da war er auch schon. Der Mann mit dem Rasenmäher war diesmal mit dem Radl da und hat die Kabeltrommel wieder mitgenommen. Wir waren dann am Baumarkt und haben eine neue gekauft. Und ganz viele Lebensmittel haben wir auch gekauft, damit wir fünf dieses Wochenende wie die Maden im Speck leben können.

Den Anfang unseres Wochenendes feiern wir mit einer Grillorgie: Es gibt Lachs und Lamm und ganz viel Grünzeug. Das Grünzeug ist mir schnurz, aber der Lachs ist super! Und erst die schönen fettigen Enden vom Lamm! Mhmhm!

Wir schlagen uns alle den Bauch voll, und der Mensch schlägt vor, jetzt, wo der Grill leer ist, dürfe ich gerne eine Maus drauflegen. Menschen sind komisch. Warum sollte ich mein Spielzeug auf den Grill legen? Da legt man doch nur Lebensmittel drauf und keine Spielzeuge! Er legt doch auch nicht sein Netbook auf den Grill!

 

Tag 21:

Heute scheint die Sonne,und ich habe viel zu tun. Die Menschen gehen in Sole schwimmen und kommen angeblich ganz sauber und entspannt zurück. Ich sehe das anders. Sie haben sich nur mit Wasser gewaschen und nicht richtig geputzt! Ich bin verzweifelt! Also muss ich zu gravierenderen Massnahmen greifen: Ich setzte mich mitten auf den Tisch und putzte mich langsam und gründlich, damit die Zweibeiner auch von mir lernen können wie man richtig sauber wird. Und da zeigt sich, dass die Menschin nicht wirklich tiefen-entspannt ist: Sie scheucht mich vom Tisch! Tse! So was! Erst nicht sauber und dann nicht richtig entspannt. Warum waren sie dann in der Sole?

Am Nachmittag gibt’s Schlagsahne und Fussball. Zwei Zweibeiner spielen auf der Wiese vor dem Womo mit einem schwarz-weißen Ball. Ich spiele natürlich mit. Ich bin Stürmer, nein Libero, oder wie heißt der, der immer dem Ball hinterher stürmt und ihn aus der Blumenwiese befreit?

 

Tag 22:

Sonntag! Regen, viel Regen, starker Regen. Thunfisch. Regen in dicken Tropfen, Regen mit Wind, Gewitter, Starkregen, Regen, Schinken. Viele Krauleeinheiten.

 

Tag 23:

Wenigstens regnets nicht mehr. Aber mehr Positives kann ich nicht sagen. Die Menschen wollten grillen, aber ob das bei dem Wetter was wird? Und wenn nicht, was wird dann mit diesen wunderbar marinierten Fleischstücken im Kühlschrank? Und kann bitte jemand die Heizung anmachen?

 

Tag 24:

Ist das aufregend! Wir bekommen heute Besuch! Die kennen wir gut, die kommen uns auch zuhause besuchen. Sie macht ganz ganz ganz hervorragenden Braten und er krault sehr gut. Und zur Feier des Tages kocht die Menschin aufwändig. Vegetarisch! Tse! Der arme Besuch!

 

Tag 25:

Wir haben neue Nachbarn bekommen. Briten. Sie haben zwei Katzen und einen Hund dabei. Die eine Katze darf alleine raus und die andere übt das gerade an der Leine. Das ist aufregend! Gut, dass wir für den letzten Urlaub schon englisch schnurren gelernt haben, den die zwei kommen uns besuchen! Die süße Schwarze versteht sich ganz prima mit Freya und Shasti, das muss daran liegen, dass sie in etwa in ihrem Alter ist. Die Golden Girls beschnuppern sich und unterhalten sich ein wenig. Aber als Freya zum großen Ohrputz-Angriff übergeht, geht unsere neue britische Freundin lieber wieder in ihr eigenes Womo. Warum muss Freya auch immer allen die Ohren putzen wollen?

Ich lerne den Hund näher kennen. Aber er mag mich nicht. Er macht komisch Grummelgeräusche und ist dann beleidigt, weil ich viel schneller rennen kann als er.

 

Tag 26:

Das Wetter ist gar nicht schlecht. Der Besuch ist wieder da und ich gehe Mäuse jagen. Als ich mit meiner Maus ins Womo komme, um sie der Menschin zu schenken, ist sie nicht da. Auf unserem Sofa liegt einer von den Besuchern, der Bauchkrauler, und entspannt sich beim Fernsehen. Ich bin schockiert! Wo ist meine Menschin? Verwirrt gehe ich noch eine Runde ums Womo und lasse mir die Situation durch den Kopf gehen: Menschin weg, Besuchsmensch da. Sonst muss ich rein und die Menschin macht die Türe zu wenn sie weggeht, aber jetzt hat sie quasi einen Ersatzmenschen da gelassen damit die Türe auf bleiben kann und ich weiterhin draußen bleiben kann. Das ist sehr nett von meiner Menschin. Und auch von dem Besuchsmenschen, nicht wahr? Also hat er sich auch eine Maus verdient. Ich gehe daher zurück ins Womo und schenke ihm meine Maus. Er guckt etwas irritiert. Er hat bestimmt nicht mit so einem tollen Geschenk gerechnet. Aber er hat das gleiche Problem wie meine Menschin: Er spielt etwas ungeschickt mit der Maus und schon fliegt sie in hohem Bogen aus der Womotüre. Herr je, Menschen sind schon seltsam. Aber sein Verhalten erklärt schon einiges: Ich glaube er ist mit meiner Menschin verwandt. Das verrät mir mein Katerinstinkt. Und außerdem ist er ein wenig älter als meine Menschin. Und wenn er nicht richtig mit Mäusen spielen kann, dann konnte er es meiner Menschin auch nicht beibringen. Na toll, das bleibt jetzt an mir hängen! Ich muss einer ganzen Menschenfamilie beibringen, wie man mit dem schönsten Spielzeug der Welt spielt!

Gegen Nachmittag muß ich dann doch ins Womo und alle Menschen gehen zusammen weg. Sie gehen eine Falknerei angucken mit vielen riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisigen Greifvögeln und Eulen. Und das finden sie auch noch spannend, dabei sind die Vögel so groß, dass auch ich auf ihrem Speiseplan stehen könnte! Tse! Unglaublich, wie können sie solche Katerfresser spannend finden!

Aber sie machen einige ihrer Fehler wieder gut, denn sie gehen lecker essen und bringen uns eine beachtliche Portion Schweinebraten mit. Das lassen wir drei uns schmecken.

 

Tag 27:

Hallo Ihr Lieben, ich bin es wieder, Freya. Der Kater ist im Moment indisponiert, daher führe ich für heute Tagebuch: Der Tag begann ganz normal: Wachwerden, Frühstück, Morgenputz, Spaziergang für Shasti und mich und viel jugendliches Rumgerenne auf Seiten des Katers. Dann füllt die Menschin Wasser nach, macht das Wohnmobil abreisebereit und wir starten ins Wochenende. Wir fahren nach Erlenbach, die Menschen gehen in eine Besenwirtschaft, sitzen in der Sonne und lassen es sich gut gehen. Wir können ihnen dabei zugucken oder einen ausgiebigen Nachmittagsschlaf in der Sonne auf dem Fahrersitz halten. Dann fahren wir einkaufen und im Anschluss auf einen Stellplatz in Neckarsulm. Hier stehen wir neben einem kleinen Fluss in der Nähe von einem Park. Es ist wirklich nett hier. Hier ist viel Grün und Platz und wir gucken uns gründlich um. Leider sind in dem Park viele Hunde und als die uns sehen setzen zwei von ihnen zu einem Spurt an und kommen im Schweinsgallop auf uns zu. Shasti und mich kann das nicht schocken. Wir bleiben vor dem Wohnmobil sitzen und machen uns bereit unser Zuhause vor diesen Wolfsnachfahren zu beschützen. Der Kater allerdings, der ist auf einmal panisch. Er bekommt riesige Pupillen und erstürmt den nächstbesten Baum. Einen Ahornbaum mit etwa 20 cm Durchmesser. Auf etwa fünf Metern Höhe hält er an und setzt sich auf einen Ast. Natürlich können Hunde nicht klettern und der Kater ist in Sicherheit. Shasti und ich übrigens auch. Wir sind einfach sitzen geblieben und die Menschen haben sich vor uns gestellt. Auf die ist Verlass, die haben wir gut erzogen. Die Wolfswesen sind von Shastis und meiner Unerschrockenheit irritiert, bremsen vor uns ab und gucken dumm aus dem Pelz. Wenig später kommt ihre Menschin und sagt ihnen was sie zu tun haben, nämlich gehen. Von alleine wären die Hunde da nicht drauf gekommen.

Wir sind also wieder alleine, aber der Kater hockt etwa 5 Meter über uns in einer Astgabel und traut sich nicht wieder runter. Selbst als unsere Menschin Abendessen serviert kommt er nicht Heim. Also steigt unsere Menschin dem Wohnmobil aufs Dach und der Kater müsste nur noch einen knappen Meter zu ihr hinunter klettern, aber auch das traut der kleine Mann sich nicht. Der Mensch parkt also das Auto nochmal um. Diesmal direkt unter dem Baum und dann pflückt er den Kater wie einen reifen Apfel vom Ast. Unser Kleiner ist völlig fertig und muss erstmal Ewigkeiten von den Zweibeinern gekrault werden. Und dann passiert das Unglaubliche: Er will nicht mehr raus! Er setzt sich ans Fenster, guckt raus und versucht seinen Schock zu verdauen. Der arme Kleine. Das war wirklich nicht sein Tag! Ich werde jetzt mal für ihn schnurren.

 

Tag 28:

Was muss ich hier lesen? Ich war in höchster Lebensgefahr und habe anschließend eine sehr begründbare und nachvollziehbare Panikattacke erlitten und meine Golden Girls schmunzeln über mich? Püh! Wenn Freya weiter so auf mich runter schmunzelt und auf meiner Homepage schreibt, nenne ich sie bald nicht mehr Golden Girl sondern Silver Surfer! Die beiden haben bestimmt nur die Hunde nicht bemerkt und sind daher nicht weggerannt. Und so hoch auf den Baum und zwar so schnell können meine Mädels auch nicht mehr klettern. Und erst recht nicht so elegant wie ich......gut, ich gebs ja zu, an der B-Note im Abgang könnte ich noch etwas arbeiten.

Aber kommen wir zu heute. Wir haben diesen ungastlichen Platz schnell verlassen, und das ist auch gut so. Wir fahren nach Weinsberg. Hier macht die Menschin in etwa 3 Stunden alles was sie gern macht hintereinander: Sie plündert einen kleinen, netten Buchladen, besteigen eine Burgruine und kommen mit einer sehr netten, angeblich historisch belegten Geschichte wieder: Die hiesige Burg wurde belagert und hat verloren. Aber weil der Angreifer und zukünftige neue Burgherr ein prima Kerl war, wollte er den Frauen auf der Burg nix tun. Also erlaubte er ihnen die Burg zu verlassen und so viel mitzunehmen wie sie tragen können. Aber die Frauen waren wirklich schlau und offensichtlich alle sehr verliebt, denn sie nahmen nicht, wie der Angreifer es erwartet hat, ihren Hausrat mit, sondern alles was sie liebten: ihre Männer! Jede schleppte ihren Mann auf ihren Schultern den steilen Berg hinunter. Der Angreifer hat da nix zu gesagt, denn er mußte ja zu seinem Wort stehen. Seither heißt die Burg: Weibertreu!

Zum Glück leben wir nicht auf einer Burg und werden auch nicht angegriffen. Ich glaube nicht, dass unsere Menschin unseren Menschen, Freya, Shast und mich und eine Notfallration Katzenfutter den Berg runterbekommen würde......

Der Tag endet völlig angriffsfrei und bei hervorragendem Wetter auf einem Campingplatz am Breitenauer See. Die Menschen springen ins Wasser und grillen. Am Grillen nehmen wir drei natürlich Teil, aber die Sache mit dem Wasser überlassen wir den Zweibeinern. Hier ist es echt schön.Hier müssen Hunde an der Leine geführt werden.

 

Tag 29:

Die Sonne scheint, der Campingplatz ist super, ich bin dann mal weg. Gerade als es so richtig spannend wird, kommt der Mensch und sammelt mich ein. Schade eigentlich. Die Menschen fahren zu einem zweiten Frühstück zu einem Backhausfest in Sülzbach und essen dort Zwiebelkuchen (vegetarisch, kein Mitbringsel für uns). Dann fahren wir zu einem Obstbauern, der ein Schild draußen hängen hat, dass man bei ihm selber Obst pflücken darf. Die Menschen sind begeistert und maschieren aufs Feld. Angeblich klettert die Menschin dort auf einen Wallnussbaum, aber nicht so hoch wie ich vorgestern! Dafür sei sie aber alleine wieder runter gekommen, sagt der Mensch. Tse! Keine Details! Von ihrem Kletterausflug bringen die Zweibeiner Wallnüsse und Äpfel mit (vegetarisch, kein Mitbringsel für uns!). Dann halten wir noch in Bad Wimpfen. Die Menschen maschieren durch die kleine mittelalterliche Stadt und essen Eis (vegetarisch und wieder kein Mitbringsel für uns!!). Dann endlich werden die Zweibeiner vernünftig und wir fahren zurück nach Bad Rappenau. Meine Blumenwiese steht noch und ich mache mich sofort wieder an die Arbeit: Mausen! Und was soll ich euch sagen: Die Menschen essen vegetarisch!

 

Tag 30:

Montag! Ich hasse Montage! Und dann noch vegetarisches Abendessen bei den Zweibeinern! Dafür scheint die Sonne und ich kann fleißig sein. Vom vielen Mause-Sport ist mein Körper schon ganz gestählt und erkältet bin ich auch nicht. Die Kur macht sich also bezahlt.

 

Tag 31:

Dienstag und Regen. Das ist sogar noch schlimmer als Montag und Sonne. Aber dafür nutzen die Menschen eine Regenpause und grillen. Die letzten dieser himmlischen schottischen Bio-Würstchen wandern vom Eisfach auf den Grill. Ach, was geht’s uns gut. Ob das schon unser Saisonabschlussgrillen war?

 

Tag 32:

Mittwoch. Mäuse und Sonne und Kurerholung pur.

 

Tag 33:

Heute endet unsere Kur. Sehr schade, aber alles was gut ist muss einmal ein Ende haben. Wir sind erholt, entspannt, gesund, das Ziel unserer Kur ist also erreicht.

Zur Feier des Tages fahren wir zu einem Outletcenter und die Menschen kommen mit vielen Tüten wieder. Leider dürfen wir uns nicht reinsetzen.

Dann geht’s zu unserem letzten Besen. Ein Weinbauer mit Hofladen und allem drum und dran. Wir dürfen auf seiner Obstwiese übernachten. Mensch ist das toll hier! Büsche und riesen Bäume überall! Jetzt da ich ja weiß, dass ich auf Bäume klettern kann, probiere ich es gleich noch mal aus. Ich lande auf etwa drei Meter Höhe in einem schattigen Baum. Die Menschin mockiert, dass ich mir den einzigen Nicht-Obst-Baum weit und breit gesucht habe und sie nicht versteht warum ich auf diesen Baum steigen musste und wenn sie mir schon hinterher klettern muss um mich zu retten hätte sie wenigstens unterwegs auch noch nen Apfel pflücken können. Warum ich auf einen Baum klettere? Na, weil er nun mal da ist! (Grüße an Captain Kirk), und ich komme sogar ganz alleine wieder runter. Na gut, es war mehr ein kontrollierter Fall als ein Abstieg, aber ich hab noch alle Zähne und beim nächsten Mal wird’s bestimmt eleganter. Ich habe in der Kur also nicht nur entspannt, sondern auch meine Fähigkeiten erweitert und dazu gelernt. Ich verbuche diese Zeit als Erfolg. Ich kann jedem nur empfehlen auch einmal eine Kur zu machen. Nirgends quietschen die Mäuse so schön!

 

 

Der Katerograf